Stadthalle Neumünster : Gesunde Ideen für starke Kinder

Rollstuhlfahren ist anstrengend, fanden Torben Puhle (11, von links), seine Schwester Sarah (11) und Dilek Kirgil (12). Foto: Vaquette
Rollstuhlfahren ist anstrengend, fanden Torben Puhle (11, von links), seine Schwester Sarah (11) und Dilek Kirgil (12). Foto: Vaquette

Auf der ersten Landesgesundheitsmesse für Kinder soll Eigenverantwortung für ein gesundes Leben vermittelt werden. 200 Schüler waren mit Eifer dabei.

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16. Januar 2011, 04:04 Uhr

Neumünster | Fröhliches Getümmel herrschte Freitagmittag im Foyer und Festsaal der Stadthalle: Auch wenn es eigentlich nicht schön ist, im Rollstuhl zu sitzen, war der Rollstuhlparcours der Renner bei den Schülern, die die erste Landesgesundheitsmesse für Kinder und Jugendliche besuchten. "Ich wollte das mal ausprobieren, das ist echt schwer", stellte Dilek Kirgil (12) von der Helene-Lange-Schule fest. Ihre Klassenkameradin Sarah Puhle (11) pflichtete ihr bei: "Man muss sich ganz schön anstrengen. Den ganzen Tag so zu fahren, wäre komisch und ungewohnt." Der Parcours des Landesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen war eines von diversen Angeboten auf der Messe.
"Wir lassen uns hier auf ein neues Experiment ein. Die Messe ist zwar etwas holprig in Gang gekommen, aber wir wollen das Thema Kindergesundheit klassisch vorantreiben. Das sind Themen wie vernünftige Zahnpflege oder auch chronische Erkrankungen", sagt Messeorganisatorin Jutta Schümann.
Geerdts: "Eine der wichtigsten Messen im Lande"
Dass das Thema wichtig ist, machte Irene Johns, Vorsitzende des Landes-Kinderschutzbundes, deutlich: Bei einer bundesweiten Untersuchung zeigten beispielsweise 19 Prozent Verhaltensauffälligkeiten. Irene Johns: "Wir müssen etwas tun, um die Kinder zu stärken, damit sie sich auch für ihre Gesundheit verantwortlich fühlen, und die Eltern informieren, was sie tun können."
Zur Eröffnung machte Landtagspräsident Torsten Geerdts, der auch Schirmherr der Messe ist, einen Rundgang. "Das ist einer der wichtigsten Messen im Lande, damit wir starke Kinder haben, die auch aus eigener Kraft dafür sorgen, dass sie gesund leben."

Dass ein Kind auch mit einer chronischen Krankheit gut durchs Leben kommen kann, wenn man gut informiert ist, erzählte Lara Luisa Witt (13) am Stand des Diabetikerbundes Schleswig-Holstein. Sie ist seit zehn Jahren Diabetikerin und erklärte dem Landtagspräsidenten ihre Insulinpumpe. Immer, wenn sie etwas isst, stellt sie die entsprechenden "Broteinheiten" ein, die Pumpe gibt dann Insulin über einen Katheter in die Blutbahn. "Eigentlich kann ich alles machen und essen. Nur Pilotin kann ich nicht werden", sagte das fröhliche Mädchen lachend.

Weitere Termine:
Lübeck, MuK, 4. bis 6. Februar; Flensburg, Deutsches Haus, 1. bis 3. April; Elmshorn, Sportlife, 6. bis 8. Mai

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