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Holsteinischer Courier

22. November 2017 | 17:58 Uhr

Rendswühren : Gesucht wird der schönste Knick

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Knick von Heiner Staggen aus Schipphorst gehört zu den Favoriten.

Rendswühren | Wer hat die schönsten Knicks im Land? Das will der Schleswig-Holsteinische Heimatbund ganz genau wissen. Deswegen findet dieses Jahr zum zweiten Mal der Wettbewerb um den schönsten Knick im Land statt. Zur Knickschau der Favoriten ging es auch ins Neumünsteraner Umland, und zwar nach Schipphorst.

Zehn Landwirte haben im Frühjahr 20 Knicks zur Wahl angemeldet. Fünf Betriebe mit zehn Knicks kamen in die engere Wahl. Mit dabei ist der Betrieb der von Heiner Staggen aus Schipphorst in Rendswühren. „Landschaftselemente wie die für Schleswig-Holstein typischen Knicks sind viel mehr, als nur Ackerbegrenzung oder Holzlieferant“, meinte Staggen beim Besuch der Bewertungskommission.

Für die Bewertung der Pflegezustände mussten je ein etwa zehn Jahre alter Knick und ein in den vergangenen drei Jahren auf den Stock gesetzter Knick eingereicht werden. Auf den Stock setzen, das heißt, den Knick abzusägen oder maschinell bis kurz über den Wurzelstock zu schneiden. Dabei wird so gearbeitet, dass die Sträucher und Bäume aus dem Stock neu ausschlagen und sich verjüngt erneuern können. „In früheren Zeiten war das auch eine wertvolle Zugabe für die Winterfeuerung“, erklärte Heiner Staggen.

Die meisten Knicks im Land sind in einem guten Zustand und von hohem ökologischen Wert. Seit etwa 1770 von den Bauern gepflanzt und gepflegt sind die Knicks auch ein historisches Stück Landwirtschaft, „bei dem eben nicht nur wirtschaftliche Faktoren zählen“, meinte Staggen, der als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Plön auch für seine Berufskollegen spricht.

Ob sein Knick Chancen auf einen der ersten Plätze oder gar zum Sieger hat, bleibt noch einige Tage offen. Das Ergebnis wird Ende Oktober verkündet. Angelegt ist der Knick als sogenannter Zweireiher, bei dem auf dem etwas breiteren Wall Bäume und Sträucher in Doppelreihe gepflanzt wurden und mit einem abwechslungsreichen Bewuchs von Haselnuss, Eiche, Buche, Holunder, Schwarz- und Weißdorn, Ahorn und in einem feuchteren Bodenbereich auch Weide. Für diesen klassischen Knick rechnet sich Heiner Staggen durchaus Chancen aus. Aber auch ohne Preis sei ein Knick voller Leben mit Rehen, Vögeln, Mäusen und allerlei Insekten und Kleingetier die Pflege wert. Hinzu kommt der Erosionsschutz für die Äcker.

31 Kilometer Knicks zählt der
Schipphorster Landwirt auf seiner Fläche. Außerdem gibt es freiwillig Blühstreifen, die Anlage sogenannter Feldlerchenfenster und ein Beweidungsprojekt als Vertragsnaturschutz auf den konventionell geführten Hof. Auch die Räumung verschütteter alter Mergelkuhlen und Wasserlöcher gehört zum freiwilligen Biotopschutz. „Nicht alles muss in Geld aufgewogen werden“, meinte Staggen. Eine lebendige Umwelt sei ihren eigenen Preis wert.


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