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Neue Kompostierungsanlage : Gestank in Wittorf soll abnehmen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadtwerke wollen ab 2015 eine neue Kompostierungsanlage in Wittorferfeld betreiben. Sabine Krebs (CDU) ist neue Vorsitzende des Stadtteilbeirats.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 11:00 Uhr

Es ist ein Thema, dass die Wittorfer und vor allem die direkten Anwohner des Wertstoffzentrums der Stadtwerke (SWN) schon seit Jahren beschäftigt: der Gestank der Bioabfallkompostierung. Doch damit soll spätestens 2015 Schluss sein. Dann wollen die SWN die alte Kompostierungsanlage in nur 120 Metern Entfernung zur Wohnbebauung an der Altonaer Straße schließen und eine neue, moderne Anlage weiter südlich auf dem Gelände in Wittorferfeld in Betrieb nehmen. Auf der konstituierenden Sitzung des Stadtteilbeirats Wittorf am Dienstagabend stellte Dr. Norbert Bruhn-Lobin, Geschäftsführer der SWN Entsorgung GmbH, die Pläne vor. Er versprach: „Die Grenzwerte für Geruchsbelästigung, die jetzt schon eingehalten werden, können weiter gesenkt werden.“

Bevor Bruhn-Lobin loslegte, hatten die sieben Mitglieder Sabine Krebs (CDU) einstimmig zur neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Sie löst Horst Lingelbach (FDP) ab, der aus persönlichen Gründen nicht mehr angetreten war. Ebenfalls einstimmig fielen die Voten für Frank Matthiesen (SPD) zum Stellvertreter und Lars Karow (CDU) für eine weitere Amtsperiode zum Schriftführer aus. Außerdem gehören noch Klaus-Dieter Leschkus und Hans-Jürgen Holland (beide SPD), der von der CDU eingesetzte, parteilose Günter Schöbel und Hans Heinrich Voigt für die Grünen dem Beirat an. Holland vertritt zusätzlich zusammen mit Schöbel künftig nicht nur Wittorf im Seniorenbeirat, sondern gemeinsam mit Sabine Krebs den Stadtteilbeirat auch im Beirat des Wertstoffzentrums.

Aufmerksam lauschten die gut 30 Gäste im Haus an der Stör anschließend dem Vortrag von Bruhn-Lobin. „Wir hatten früher durch die Kompostierung wirklich eine große Geruchsbelästigung“, gab er zu. Mit der Investition von rund 14 Millionen Euro in eine neue Anlage soll das Problem nun ein für alle Mal vom Tisch sein. Gebaut werden soll in Zusammenarbeit mit dem Wege-Zweckverband Bad Segeberg eine Biogasanlage mit einer Kapazität für 40 000 Tonnen Bioabfall pro Jahr aus Neumünster und dem Kreis Segeberg. Bisher werden 30 000 Tonnen auf dem Gelände weiterverarbeitet. Der Abfall soll zunächst gesiebt und dann knapp einen Monat in einem der Reaktoren durchgewalkt werden. „Pro Tonne Abfall können 100 bis 120 Kubikmeter Methan entstehen“, sagte Bruhn-Lobin. Der daraus gewonnene Strom soll anschließend fast ausschließlich dem Eigenbedarf in Wittorferfeld dienen. „Auf diese Weise müssen wir weniger Strom zukaufen“, sagte Bruhn-Lobin. Die alten Gebäude der bisherigen Kompostierung sollen erhalten bleiben und unter anderem für Photovoltaik dienen.

Derzeit liegen die Pläne öffentlich aus. Bis Mitte Oktober können Bürger noch ihre Einwände und Anregungen ans Landesumweltamt in Flintbek senden. Am 26. November gibt es dann im Kiek In eine Anhörung. Die Baugenehmigung erwarten die SWN im Frühjahr kommenden Jahres, bis Ende 2014 soll die Anlage stehen. Der Vollbetrieb ist für 2016 vorgesehen.

Über die zusätzlich geplante Rübengas-Anlage (der Courier berichtete) verlor Bruhn-Lobin hingegen kein Wort. Nach Auskunft der Stadtwerke wird die Wirtschaftlichkeit weiter geprüft. Endgültig vom Tisch sei das Projekt allerdings noch nicht.

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