Jugendamt im Ausstand : Geschlossener Einsatz für höheres Gehalt

Die Sozialpädagogen des Jugendamtes kämpfen für eine höhere Gehaltseingruppierung.
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Die Sozialpädagogen des Jugendamtes kämpfen für eine höhere Gehaltseingruppierung.

Mitarbeiter des Jugendamtes setzen sich für eine Aufwertung ihrer Arbeit ein.

shz.de von
22. Mai 2015, 06:00 Uhr

Insgesamt 33 Sozialpädagogen sind beim Jugendamt der Stadt beschäftigt. Bis auf einen Notdienst beteiligen sich sämtliche Mitarbeiter am momentanen Warnstreik, zu dem Verdi und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufgerufen haben. Gestern Vormittag trafen sich die Mitarbeiter mit weiteren 200 Streikenden aus Schleswig-Holstein im Kiek In, um ihrer Kernforderung nach einer höheren Eingruppierung Ausdruck zu verleihen. Weiterhin wollten sie sich über die bisherigen Verhandlungen informieren und über das weitere Vorgehen beraten.

„In der Öffentlichkeit werden wir Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD), wie das Jugendamt heute offiziell heißt, oft übersehen“, sagte Gabi Hänel. Umso wichtiger sei ihr und ihren Kollegen eine breite Aufklärung über die hohe Verantwortung, die sie täglich trügen und der Hinweis auf die dringend notwendige Aufwertung ihrer Arbeit, so die studierte Sozialpädagogin weiter.

„Bei allem, was wir machen, hat das Kindeswohl oberste Priorität“, beschrieb Mechthild Grünwald die Arbeit beim ASD. „Manchmal geht es ganz konkret um das Leben eines Kindes, manchmal um die langfristige Unterstützung von Familien. Unsere Aufgaben sind sehr breit gefächert, allen gemein ist jedoch, dass sie immer sofort erfüllt werden müssen. Egal, ob sich die Polizei mit obdachlosen Kindern an uns wendet oder ein Erzieher den Verdacht von Kindesmisshandlung an uns heranträgt, wir müssen zum Wohle der Kinder sofort intervenieren und ein Konzept parat haben“, machte Grünwald deutlich.

Neben der hohen Arbeitsverdichtung – die statistisch belegte Zunahme gesellschaftlicher Probleme sei auch in Neumünster deutlich spürbar – sei der öffentliche Druck in den letzten Jahren stark gestiegen, erzählte Susanne Schnack. „Alle Beteiligten, seien es Bürger oder Institutionen, erwarten sofortige Maßnahmen. Wir haben täglich eine sehr hohe Verantwortung zu tragen. Und die sollte angemessen bewertet und honoriert werden“, sagte Schnack.

Trotz akademischer Ausbildung liegt das Gehalt eines Sozialpädagogen deutlich unter dem Einstiegsgehalt eines Lehrers, Fortbildungen und Zusatzqualifikationen wirken sich nicht auf die Vergütung aus. „Wir alle lieben unseren Beruf und wollen ihn gut und engagiert machen. Dafür brauchen wir die Anerkennung unserer Arbeit und eine finanziell höhere Eingruppierung“, forderten die streikenden Sozialpädagogen. Die nächste öffentliche Kundgebung von Verdi und GEW findet voraussichtlich am Mittwoch, 27. Mai, in Neumünster statt.

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