Politiker-Besuch : Geschenke für Flüchtlingskinder

Altersgerechte Geschenke für Mädchen und Jungen übergaben die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Luise Amtsberg (2.v.li.) und ihre Mitarbeiterin Aminata Touré (links) an Ulf Döhring, Leiter der Erstaufnahmestelle, und Nele Brüser (DRK).
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Altersgerechte Geschenke für Mädchen und Jungen übergaben die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Luise Amtsberg (2.v.li.) und ihre Mitarbeiterin Aminata Touré (links) an Ulf Döhring, Leiter der Erstaufnahmestelle, und Nele Brüser (DRK).

Luise Amtsberg (Grünen-Bundestagsfraktion): Kürzere Verfahren sind sinnvoll

shz.de von
21. Januar 2015, 05:30 Uhr

Neumünster | Buntstifte, Bastelsachen, Plüschtiere, Naschis, aber auch Praktisches wie Bücher und Zahnpasta überreichte gestern Luise Amtsberg, flüchtlingspolitische Sprecherin der Bündnis90/Die Grünen-Bundestagsfraktion hübsch verpackt in der Zentralen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge am Haart. Bei einem vorweihnachtlichen Besuch war die Idee entstanden, auch nach Weihnachten Päckchen für Flüchtlingskinder zu packen. Darüber hinaus informierte sich die Politikerin über die aktuelle Lage.

7367 Flüchtlinge wurden 2014 aufgenommen, 2013 waren es 3652, sagte Einrichtungsleiter Ulf Döhring. Die Menschen kamen aus Syrien (2335), vom Balkan (1687), aus Afghanistan (781) und Armenien (550). Luise Amtsberg warnte davor, die Flüchtlingszahlen aus dem Balkan zu unterschätzen. „Dass Serbien, Bosnien und Mazedonien zu sicheren Herkunftsländern erklärt wurden, wird nicht für sinkenden Zulauf sorgen. Sinti und Roma leiden in diesen Ländern unter Mehrfachdiskriminierung. Statt einer Asyllösung müsste ein Kontingent für diese Menschen geschaffen werden.“ Als vermutliche weitere Ursachen für den Anstieg nannte Döhring allerdings auch die visafreie Einreise und die erhöhten Leistungen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Wichtig sei auch, dass die Verfahren verkürzt und die Flüchtlinge schnell Deutsch lernen würden, sagte Luise Amtsberg. Denn als problematisch bei der Integration erweisen sich nach wie vor die Deutschkenntnisse, der erschwerte Zugang zum Arbeitsmarkt und das Anerkennen von Berufsabschlüssen. Zu loben sei die Investition des Landes von zwei Millionen Euro in Sprachkurse für Flüchtlinge für das Jahr 2015 – 2014 waren es noch 150  000 Euro: „Das sind freiwillige Leistungen, aber es zeigt, dass man sieht, wie notwendig Sprache für den Zugang zum Arbeitsmarkt ist.“

Respekt zollte die Grünen-Politikerin, die aus Kiel stammt, den vielen Hilfsinitiativen in der Bevölkerung. „Das ist total überraschend und der Wahnsinn, ich habe viele wunderbare Begegnungen erlebt. Ohne dieses bürgerschaftliche Engagement würde vieles nicht klappen.“

Die Päckchen wurden aus Rücksicht nicht direkt den Kindern übergeben. „Viele sind so gestresst, dass wir die Erfahrung bei Presseterminen hatten, dass die Kinder hinterher weinten“, erklärte Nele Brüser vom Deutschen Roten Kreuz.

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