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14. Schultheaterfestival : Gescheiterte Helden und ihre Ideale

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Der Jugendtheaterclub eröffnete in der Stadthalle das 14. Schultheaterfestival mit dem Stück "Büchners Traum - Dantons Tod".

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2013 | 06:35 Uhr

Neumünster | Es ist schon Tradition: Zum Ende der Theatersaison und des Schuljahres gehört das Stadttheater den Schulen mit ihren Theatergruppen. Am Freitagabend eröffnete Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth das inzwischen 14. Schultheaterfestival. Bis zum 20. Juni stellen sich die Nachwuchs-Ensembles ihrem Publikum mit ihren insgesamt elf Stücken vor.

Das Repertoire ist märchenhaft oder musikalisch, es reicht von der Klassik bis zur Komödie. "So etwas gibt es kaum noch einmal in Schleswig-Holstein", lobte der Stadtrat und versprach, dass die Stadt trotz knapper Kassen an der Unterstützung für das Festival festhält. Er verschwieg nicht, dass das Festival der jungen Künstler auch von der finanziellen Unterstützung der Hans-Hoch-Stiftung profitiert.

Zum Start standen am Freitag die Jugendlichen des Theaterclubs mit "Büchners Traum - Dantons Tod" auf der Bühne. Regie führte der frühere Immanuel-Kant-Schüler und heutige Student der Philosophie und Geschichte, Maximilian Kornprobst. Mit dem Jugendtheaterclub kann er sich ausprobieren und experimentieren. So auch mit dieser Kombination von Elementen aus Georg Büchners Leben und Szenen aus dessen Drama "Dantons Tod". Sünne Höhn vom Kulturbüro hat das Ensemble dramaturgisch begleitet.

Kornprobst und seine Schauspieler stellen sich der Frage: Was haben wir noch für Ideale, was sind sie in unserer Welt noch wert? Georg Büchner (1813 bis 1837), der im rückständigen Großherzogtum Hessen seiner Zeit für eine gerechte Gesellschaft im Sinne der französischen Revolution gestritten hatte, musste erkennen, dass sein Kampf verpufft. Dem Helden seines Dramas, George Danton, geht es ähnlich. Danton endet auf dem Schafott, Büchner flieht ins Exil.

Die Aufführung erschien aus einem Guss, die Übergänge von Büchner und seinen Freunden zu den französischen Revolutionären war flüssig und logisch nachvollziehbar. Besonders die Zweifel an den eigenen Möglichkeiten und die Einsicht in das eigene Scheitern spielten Michel Schuhmacher als Danton und Tom Strufe als Büchner ganz professionell.

Tyko Hansteen als der über Leichen hinweg gehende Robespierre hatte in seiner Arroganz einen tollen Auftritt. Wie Tim Lukas Kornprobst als Tod die historischen Akteure umgarnte, war sehenswert. Auch alle anderen Ensemblemitglieder zeigten Lust und Einfühlungsvermögen am Spiel. So war es nur konsequent, dass die 250 Zuschauer am Schluss stehend und lang anhaltend applaudierten.

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