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Jahresprogramm : Gerisch-Stiftung zeigt Hochkarätiges

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jahresbilanz: 2014 kamen wieder fast 20 000 Besucher / 2015 kommt eine große zeitgenössische Ausstellung

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | Nicht nur die schillernden Namen lockten die Massen; auch zu vielen kleineren Anlässen strömten die Besucher aus dem ganzen Land in die Gebäude und den Park der Gerisch-Stiftung. Darum fällt die Jahresbilanz für 2014 positiv aus: Mit 19 200 Besuchern wurde das Niveau der vergangenen zwei Jahre gehalten. Brigitte Gerisch und Stiftungssprecher Wolfgang Jahn legten die Bilanz gestern vor.

„Die Besucher sind auf alte und auf neue Kunst neugierig. Sie wollen Hintergründe und Details erfahren. Darum erfreuen sich auch die Führungen einer großen Beliebtheit“, sagte Wolfgang Jahn. Mit mehr als 10 000 Besuchern hatte aber eindeutig die Käthe-Kollwitz-Ausstellung „Nur das Talent“ den größten Zuspruch. „Das war super erfolgreich, da zog die klassische Kunst. Das Publikum interessierte sich aber auch für die Biografien von bis dato unbekannten Frauen“, sagte Jahn.

Gelungene Premiere: Im Rahmen der Ausstellung „Canonball Paradise“ präsentierte der Künstler Yinka Shonibare „Aliens in Parliament“ im Kieler Landtag – mit 500 Besuchern war es rappelvoll. „Shonibare ist bei aller Schönheit immer auch gesellschaftskritisch. Er hat die Brisanz des Flüchtlingsthemas auf charmante Weise transportiert“, sagte Brigitte Gerisch.

Sehr erfolgreich ist auch die laufende Gruppenausstellung „Schön und gut?!“ Brigitte Gerisch hörte schon viele Reaktionen: „Die Leute sagen, das ist wirklich der Zeitgeist, ein Blick auf die Leere hinter der schönen Fassade. Das ist sowohl witzig als auch verstörend.“ Die Ausstellung wurde von Kristin Danger als Kuratorin weitestgehend eigenständig organisiert. Die ehemalige studentische Kraft hat sich zur wissenschaftlichen Mitarbeiterin entwickelt. Auch darum sieht Brigitte Gerisch die Stiftung nach der Trennung vom künstlerischen Leiter Dr. Martin Henatsch (der Courier berichtete) sehr gut aufgestellt: „Uns steht der Stiftungsrat mit kompetenten Fachleuten wie Prof. Dr. Christoph Brockhaus (Ex-Leiter des Lehmbruck-Museums Duisburg), und Dr. Dirk Luckow (Intendant Deichtorhallen Hamburg) zur Seite.“

2015 soll die große Ausstellung „Vom Großen und Ganzen“ mit hochkarätiger Gegenwartskunst aus der Kieler Privatsammlung „Haus N“ von Gunda und Peter Niemann der Höhepunkt sein. Sie startet am Sonnabend, 25. April. Erstmals wird dafür das unbewohnte „Efeuhaus“ vis-à-vis der Gerisch-Stiftung zum Kunst-Ort mit Wohnkultur der 1950er-Jahre. Ein großer Erfolg ist die museumspädagogische Arbeit. 99 Schulklassen kamen 2014 unter anderem zu „Kunst trifft Schule“ und „Arbeiten wie die Künstler“. 2015 wird es erneut viele Projekte geben, um Schüler mit der Kunst vertraut zu machen.

Nach einer „Verschnaufpause“ ist die Gerisch-Stiftung dieses Jahr auch wieder mit einem Open-Air-Konzert beim SHMF dabei – mit swingender Bläsermusik von Händel bis Gershwin (9. August, 11 Uhr). Bewährte Bausteine im Programm sind außerdem die Museumsnacht (30. Mai), „Lyrik unter der Hängebuche“ mit Wolfgang Schütz und Anders Stüwe (31. Mai), Laternelaufen (11. November) sowie plattdeutsche und gärtnerische Führungen.

Ein Leckerbissen zum Schluss: Für die „Weihnachtswelten“ sind 20 Original-Lithografien zur berühmten Exupéry-Erzählung „Der kleine Prinz“ zu sehen („Man sieht nur mit dem Herzen gut“). Brigitte Gerisch schwärmt: „Jeder Mensch kennt diese Botschaft. Es berührt die Seelen aller, ob jung oder alt.“

Im Internet: www.gerisch-stiftung.de.

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