zur Navigation springen

Gerichtsbericht : Gericht verurteilt NPD-Mann zu Geldstrafe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der 44-Jährige hatte während einer Kundgebung im Oktober des Jahres 2012 in Boostedt eine Gruppe beleidigt.

Wegen Beleidigung in Tateinheit mit Volksverhetzung verurteilte das Amtsgericht Neumünster jetzt den Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Segeberg-Neumünster zu einer Geldstrafe über 1800 Euro.

Das Gericht in Neumünster kam zu der Überzeugung, dass der 44-Jährige am 6. Oktober 2012 in Boostedt ein Mitglied der Piratenpartei während einer verbalen Auseinandersetzung beleidigt hatte.

An dem Tag hatte die NPD in Boostedt am Kleinen Kaufhaus einen Infostand aufgebaut. Die Kundgebung war kurzfristig angemeldet worden, so dass es zu spät war, eine Gegendemonstration anzumelden. Doch NPD-Gegner zeigten Flagge, darunter auch Mitglieder der Piraten protestierten, die zeitgleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite gegen die Neonazis protestierten. Dabei kam es offenbar zu Wortgefechten. Laut Zeugen soll der Angeklagte seinen Kontrahenten dabei „Du bist doch auch so ein Kinderschänder“ zugerufen haben.

Damit hatte er nach Auffassung des Gerichts sowohl den Tatbestand der Beleidigung erfüllt, als auch den der Volksverhetzung, da er eine ganze Gruppe verunglimpft habe.

Der Angeklagte, der zuvor gegen einen von der Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl Einspruch erhoben und damit den Prozess vorgezogen hatte, bestritt die Vorwürfe vor Gericht. Seiner Meinung nach hatte es am Tattag lediglich einen sachlichen Disput über das Thema Kinderpornografie gegeben.

Der Mann aus dem Kreis Plön hat mittlerweile Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Neumünster eingelegt.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 15.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen