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Bau- und Vergabeausschuss : Geplanter Kreisel sorgt für Ärger

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

2012 beschloss der Bauausschuss eine neue Verkehrsführung auf der Boostedter Straße, jetzt will die Stadt aber erstmal Grundstücke ankaufen

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Die Wut und Enttäuschung stand Alexandra Mallon (SPD) ins Gesicht geschrieben: „Seit fünf Jahren tut sich nichts. Der Verkehr nimmt zu, die Unfälle häufen sich. Und nun sieht es so aus, als gäbe es ein Begräbnis des Projektes erster Güte. Das kann es doch nicht sein“, beklagte die stellvertretende Stadtteilvorsteherin aus Gadeland. Eigentlich war im Bau- und Vergabeausschuss am Donnerstagabend zu dem Kreisel auf der Boostedter Straße an der Kreuzung Leinestraße/Hartwigswalder Straße nur eine kurze mündliche Berichterstattung geplant. Doch das Thema erhitzte die Gemüter.

Dazu trug nicht zuletzt Ralf-Joseph Schnittker bei, Fachdienstleiter Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Grünflächen bei der Stadt. Er erklärte, die Stadt müsse für den Umbau der Kreuzung zunächst drei Grundstücke unterschiedlicher Größe in unmittelbarer Nähe kaufen: eines von einem Privatmann, eines vom benachbarten Kreis Segeberg und eines von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die den Truppenübungsplatz Boostedt verwaltet. Das werde sich erfahrungsgemäß hinziehen. Von den im Haushalt 2017/2018 eingestellten Planungsmitteln in Höhe von 605  000 Euro benötige die Stadt daher nur 55  000 Euro. „Ich schlage vor, den Rest für Schulen und Kitas zu verwenden“, sagte Schnittker und zog damit den Ärger von Helga Bühse (CDU) auf sich: „2012 hat der Bauausschuss schon den Kreisel beschlossen. Passiert ist nichts. Es kann doch nicht sein, dass der Verwaltung erst jetzt auffällt, dass noch Grundstücke gekauft werden müssen“, ereiferte sie sich.

Die SPD sprang hingegen dem Fachdienstleiter bei. Die Verzögerung sei zwar bedauerlich, stellte Karsten Schröder fest: „Bei Verhandlungen mit der Bima sehe ich vor 2021 auch keine Ergebnisse.“ Der Vorschlag, das Geld nun für andere Zwecke zu verwenden, sei daher sinnvoll. Franka Dannheiser (SPD) erklärte, die Flächen würden nun einmal für den Kreisel benötigt. „Da kommen wir gar nicht drumrum.“ Der neue Kreisel solle zudem so ausgerichtet sein, dass er auch zu der Panzerstraße des Truppenübungsplatzes abzweige: „Wir können ja nicht ausschließen, dass dort bald schon wieder M48 drüberziehen.“ Der M48 ist ein Kampfpanzer, der allerdings seit den 1990er-Jahren ausgemustert wird.

Stadtbaurat Thorsten Kubiak versprach, der Kreisel werde nicht beerdigt. „Wir packen die Akte nicht unter den Tisch, sondern werden uns mit der gebotenen Sorgfalt um den Auftrag kümmern“, sagte er.

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