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Der Fall bleibt rätselhaft : Georg Linnemann: Suche geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Noch immer gibt es keinen Hinweis auf sein Schicksal. Eine zweite Suche mit Hunden in der Innenstadt brachte keine neuen Erkenntnisse.

shz.de von
erstellt am 21.Jan.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Seit mehr als einem Jahr ist der Student Georg Linnemann spurlos verschwunden. Und nach wie vor gibt es keinen Hinweis auf das Schicksal des jungen Mannes, der heute 29 Jahre alt wäre. Nach einer zweiten erfolglosen Suchaktion im Herbst gibt es keine weiteren Erkenntnisse zum Verbleib des Neumünsteraners. Die beiden Männer, die etwas über sein Schicksal wissen könnten, schweigen offenbar weiter. Das teilte die Polizei auf Anfrage mit.

Zuletzt gesehen wurde Georg Linnemann am 15. Dezember 2014. Gegen Mittag muss er die Wohnung seiner Lebensgefährtin verlassen haben. Die junge Frau meldete ihn wenig später als vermisst. Der Maschinenbaustudent, der mit vollem Namen Horst Georg Linnemann heißt und aus dem Raum Bremervörde (Niedersachsen) stammt, wurde von Freunden gerne „Grobi“ genannt. Er fuhr einen dunkelblauen Golf IV mit dem Kennzeichen NMS-ZX 88. Der Wagen wurde am 20. Dezember 2014 in Hamburg gefunden und von der Polizei sichergestellt. Allerdings sahen die Beamten damals keine Hinweise auf ein Verbrechen. Georgs Handy blieb seit seinem Verschwinden ausgeschaltet. Eine offizielle öffentliche Suche gab es damals noch nicht.

Nur seine Freundin wurde aktiv. Sie rief unter anderem die Facebook-Seite „Vermisst wird Georg Linnemann“ ins Leben, die nach wie vor liebevoll gepflegt wird. Doch sie wartete vergeblich auf ein Zeichen. Im Juni 2015 brachte sie das gemeinsame Kind, ein kleines Mädchen zur Welt – ohne Georg.

Die Wende kam für die Ermittler erst Monate später: Im April 2015 bekamen sie den Tipp, dass ein Tötungsdelikt vorliegen könnte. „Im Rahmen der weiteren Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen zwei 28 und 26 Jahre alte Männer aus Neumünster und Kappeln, die dem persönlichen Umfeld des Herrn Linnemann zuzurechnen sind“, so Matthias Arends, Sprecher der zuständigen Mordkommission in Kiel. Doch die Männer, die damals wegen Diebstählen in Untersuchungshaft saßen, schwiegen offenbar. Im November wurden sie vom Landgericht Flensburg zu fünfeinhalb beziehungsweise dreieinhalb Jahren Haft verurteilt – Erkenntnisse über Georg Linnemanns Verschwinden gaben sie aber nicht preis.

Möglicherweise war auch Georg Linnemann in Straftaten verstrickt. Laut Polizei besteht der Verdacht, dass er zu einer Bande gehörte, die in Schleswig-Holstein Garagen und Lagerhallen aufbrach, Aufsitzrasenmäher und Motorräder klaute. Er soll Motorradteile über das Internet angeboten haben. Möglicherweise liegt hier das Motiv für sein Verschwinden. Die Suche nach dem junge Mann glich von Anfang an der Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Wichtige Spuren waren das Auto des Opfers sowie ein gelber Leihanhänger der Firma Voss: Der Hänger wurde am 3. Januar 2015 am Wernershagener Weg/Ecke Weberstraße umgestürzt am Straßenrand entdeckt. Linnemann selbst hatte ihn gemietet, wahrscheinlich für den Transport von Diebesgut, so die Polizei.

Zwei Mal suchten die Ermittler konkret nach einer Leiche: Im Juli 2015 durchkämmt sie vergeblich eine Wiese in Wasbek/Bullenbek. Mitte Oktober suchten sie nach einem Hinweis das Sienknechtsche Kleingartengelände an der Schützenstraße ab. „Doch die Suchhunde schlugen nicht an“, erklärte Polizeisprecher Arends. Für Hinweise, die zur Leiche und zu den Tätern führen, wurde eine Belohnung von 1500 Euro ausgesetzt. „Die Ermittlungen werden fortgeführt. Wir sind auf Hinweise angewiesen“, so Arends.

>Hinweise an die Kripo Kiel, Tel. 0431/160-3333

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