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Probleme mit Fahrdienst : Genervte Eltern kritisieren Fahrdienst

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Vater einer Fröbelschülerin spricht von „katastrophalen“ Zuständen. Seine Tochter wurde mehrfach „vergessen“. Der Fahrdienst räumt Probleme ein.

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erstellt am 26.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Neumünster | Verspätungen, Ausfälle, viel zu lange Fahrtzeiten: Hauke Tönnies ist genervt und sauer. Seine Tochter Merle (15) wird jeden Tag von Gadeland in die Fröbelschule und zurück gefahren. Doch seit einem Jahr ist ein neuer Fahrdienst von der Stadt beauftragt, und die Lage empfindet Tönnies als „katastrophal“. Er fühlt sich vertröstet und empfindet die massiven Probleme als Vertragsbruch.

„Der Fahrdienst ist vertraglich gebunden, die Kinder innerhalb einer Dreiviertelstunde zu bringen. Teilweise dauerte der Rückweg eineinhalb Stunden. Das ist kein Einzelfall“, so Tönnies. Es habe Gespräche mit der Schule gegeben und mit der Stadt, sogar eine Telefonkonferenz mit Schule, Stadt und Fahrdienst, aber es habe „definitiv keine Änderungen“ gegeben. Noch im Juni sei seine Tochter dreimal vergessen worden. Als er beim Fahrdienst anrief, sei die Antwort „patzig“ gewesen. Als er drohte, die Tochter in ein Taxi zu setzen und die Rechnung an das Unternehmen zu schicken, lenkte die Gegenseite ein. Vorher waren die Johanniter mit dem Fahrdienst beauftragt: „Das war 100mal besser als jetzt.“ Die Firma Medicall davor sei richtig gut gewesen. Aber alle fünf Jahre müsse die Stadt den Fahrdienst ausschreiben. Tönnies vermutet: „Nur weil die öffentliche Hand sparen will, leiden die Kinder darunter.“ Er befürchtet, dass diese Zustände sich im aktuell begonnenen Schuljahr fortsetzen. Betroffen seien etwa 80 Prozent der Schüler, sagt Tönnies, der auch im Schulelternbeirat ist. Aktuell gefahren werden 112 Fröbelschüler.

Bestätigt wird der Ärger vom Schulleiter Burghard Blank. „Wir haben große Probleme mit der Firma. Bei der Beförderungsqualität und Zuverlässigkeit werden die Minimalvoraussetzungen nicht erfüllt. Wir betreiben außerordentlichen Aufwand, um die Beförderung einigermaßen stressfrei zu gestalten“, sagt er. Den täglichen Verwaltungsaufwand schätzt er auf eine Stunde: „Das ist für uns ein Dauerthema.“

Der Fahrdienst Rope Reisen aus Bordesholm räumt Probleme von März bis Juni mit der Organisation des Fahrdienstes ein, sieht das aber als inzwischen geklärt. Es habe Gespräche mit der Stadt gegeben, so Chefin Julia Voß: „Jetzt sollte alles klappen.“ Die Schwierigkeiten entstünden häufig durch mangelnde Kommunikation, sagt sie: „Bei Umzügen melden Eltern ihre neue Adresse nicht an, Telefonnummern sind falsch, von der Schule geänderte Zeiten erreichen uns nicht.“ Außerdem sei es immer zu Beginn des Schuljahres schwierig – neue Kinder und Zeiten. Julia Voß: „Wir halten uns an die Vorgaben und bitten die Eltern, uns sofort zu informieren, wenn es Umplanungen bei den Zeiten gibt.“

Die Stadt sieht die Lage nicht so kritisch, wie sie Hauke Tönnies schildert. Es habe aber vor den Sommerferien diverse Gespräche gegeben, es habe eine Klärung stattgefunden, sagt Holger Pohlmann, Leiter des Fachdienstes Soziale Hilfen und räumt ein, dass es Probleme gab. Ab Mitte Juni sei es „rund“ gelaufen, es habe keine negativen Rückmeldungen gegeben: „Im Großen und Ganzen läuft es jetzt gut.“ Allen Beteiligten sollte jetzt zu Schuljahresbeginn die Chance gegeben werden, dass sich alles einpendele.

Pohlmann bietet Hauke Tönnies ein Gespräch an: „Er kann sich gerne bei uns melden. Wenn es Klagen gibt, gehen wir dem nach.“ Tönnies wird die Situation beobachten: „Aber eigentlich fühlen wir uns hilflos.“

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