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Kritik und Zustimmung : Gemischtes Echo auf die DOC-Studie

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Einzelhändler bezweifeln die Ergebnisse der Erhebung / Kennzeichenanalyse zeigt: Es kommen mehr Hamburger an den offenen Sonntagen.

Neumünster | Die am Mittwoch vom Stadtforschungsinstitut Junker und Kruse aus Dortmund vorgestellte Studie zu den Auswirkungen des Designer-Outlet-Centers (DOC) auf die Einzelhandelsstruktur in Neumünster und das weitere Umland ist in der Stadt auf ein geteiltes Echo gestoßen. Im Auftrag von DOC-Betreiber McArthur Glen hatte Junker und Kruse keine negativen Auswirkungen durch die Ansiedlung des Fabrikverkaufszentrums erkannt. Im Gegenteil: Es seien neue Arbeitsplätze erstanden, der Leerstand habe abgenommen, das Sortiment an Bekleidung sei breiter geworden (der Courier berichtete).

„Ich kann das Ergebnis und das Lob von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras leider überhaupt nicht nachvollziehen“, sagt Nortex-Verkaufsleiter Helmut Jahn. Seit der Eröffnung des DOC und vor allem nach der Erweiterung im vergangenen Jahr habe Nortex „schmerzliche Umsatzeinbußen“ verkraften müssen. „Der Leerstand in der Innenstadt, im Parkcenter und in der Lütjenstraße ist auch nicht weniger, sondern eher mehr geworden“, ergänzt Jahn.

Ähnlich äußert sich Thomas Brügge, Geschäftsführer von Möbel Brügge im Freesen-Center: „In den Sortimentsbereichen Haushaltswaren und -textilien, die sowohl bei uns als auch im DOC angeboten werden, merken wir deutlich eine Abwanderung und einen Umsatzeinbruch.“ Brügge bezweifelt zudem, dass DOC-Besucher noch in die Innenstadt zum Einkaufen fahren. „Die sind nach zwei, drei Stunden in der Anlage erschöpft und fertig und wollen dann nicht noch zum Shoppen auf den Großflecken, sondern schnell wieder nach Hause.“

Anderer Meinung ist hingegen Citymanager Michael Keller: „Das DOC spielt für Neumünster eine bedeutende Rolle, da neue und somit zusätzliche Besucherströme für die gesamte Stadt generiert werden.“ Er untermauert diese Aussage mit der Auswertung der Kennzeichenanalyse, die die Mitarbeiter des Stadtmarketings seit vielen Jahren erheben. Demnach kamen am letzten verkaufsoffenen Sonntag vor der DOC-Eröffnung im September 2012 noch 70 Prozent der Kunden aus Neumünster und nur 3 Prozent aus Hamburg und dessen Umland. Nur vier Wochen später, nach der Eröffnung beim ersten gemeinsamen verkaufsoffenen Sonntag, waren schon 17 Prozent der Gäste aus dem Großbereich Hamburg in der Innenstadt. Seitdem liegt der Anteil der HH-Kennzeichen an offenen Sonntagen bei rund 30 Prozent. Der Anteil der Neumünsteraner nimmt dagegen seit Jahren ab. Nur noch 25 Prozent der Kennzeichen trugen 2015 in der Innenstadt ein NMS.

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hatte am Mittwoch betont, das Designer-Outlet-Center habe den Standort Neumünster „von Anfang an positiv beeinflusst“.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 08:15 Uhr

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