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Europawahl : Gemischte Gefühle beim Sieger SPD

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

SPD gewinnt 4,8 Prozent. CDU verliert 3,4 Prozent. Starkes Abschneiden der AFD bereitet Bauchschmerzen

Neumünster | Der Stolz stand Axel Westphal (SPD) ins Gesicht geschrieben: „Das ist das beste SPD-Ergebnis bei Europawahlen, an das ich mich entsinnen kann! Wir sind wieder stärkste Kraft in Neumünster.“

In der Tat: Mit 35,5 Prozent der Stimmen holten die Sozialdemokraten in der Stadt satte 4,8 Prozent mehr als vor fünf Jahren, als die EU-Wahl in Neumünster mit der OB-Wahl gekoppelt war. Damals votierten 30,7 Prozent der Wähler für die SPD, ähnlich wie 2004 (30,2 Prozent).

Bei aller Euphorie: Auch Westphals Freude wurde im Rathaus allerdings schnell getrübt. Nicht nur der Ausgang des Bürgerentscheids, den der SPD-Ratsherr mit einen knappen „Mist!“ quittierte, sondern auch das erstaunlich starke Abschneiden der europakritischen AFD bereitete dem SPD-Politiker Bauchschmerzen: Neumünster habe zwar auch in der Vergangenheit immer wieder große Potenziale an Protestwählern hervorgebracht, aber dass es der SPD nicht gelungen sei, deren Argumente zu entzaubern, sei dennoch misslich, fasste Westphal in einer ersten Blitz-Analyse zusammen. „Dass der Euro schlecht für Europa ist, ist schlicht ein Ammenmärchen.“ Wenn die Gegner Europas im neuen EU-Parlament erstarkten, mache das die Arbeit für Europa nicht leichter und werde den Frust vieler Bürger eher noch verstärken, befürchtete Westphal.

Lange Gesichter gab es bei den wenigen CDU-Parteigängern, die zur öffentlichen Wahlauszählung ins Rathaus gekommen waren. Parteichef Wolf Rüdiger Fehrs musste vom ersten bis zum letzten Wahlbezirk einem Start-Ziel-Sieg der SPD-Konkurrenz zusehen, wollte das Ergebnis aber letztlich auch nicht überbewerten. Mit ihrem schlechten Abschneiden bewege sich die CDU Neumünster im Bundestrend, wenn die Ursachen dafür auch nur schwer zu ermitteln seien, sagte Fehrs. Unter dem Strich hat die CDU in der Stadt 3,4 Prozent verloren. Sie kam auf 32,8 Prozent der Stimmen, 2009 waren es noch 36,2 Prozent. Fehrs versuchte dennoch, den Parteifreunden Mut zu machen: Das Ergebnis gebe Ansporn, auch auf lokaler Ebene noch aktiver zu werden, sagte der Parteichef. Tröstende Worte hatte er auch für die FDP-Mitglieder: „Nur 3,0 Prozent für die FDP, das hat sie nicht verdient.“

Zum starken Abschneiden der AFD wollte sich Fehrs gestern noch nicht äußern: Die CDU werde die Ergebnisse der Wahl jetzt in aller Ruhe auf den Prüfstand stellen, analysieren und dann ihre Schlüsse ziehen, sagte Fehrs.

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erstellt am 26.Mai.2014 | 05:30 Uhr

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