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Holsteinischer Courier

20. November 2017 | 14:58 Uhr

Siedler : Gemeinschaftsleben ist noch intakt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Siedlergemeinschaft Faldera in der Bogen-, Walker-, Seiler- und Weberstraße feiert ihr 80-jähriges Bestehen

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 08:15 Uhr

Neumünster | Als die neuen Häuser an der Bogenstraße, der Walkerstraße, Seilerstraße und Weberstraße bezogen waren, wollten die Häuslebauer auch eine Gemeinschaft werden: Am 1. Mai 1937 gründeten sie die Siedlergemeinschaft Faldera. Das 80-jährige Bestehen soll am 11. Juni im „Schafstall“ der Bahn-Landwirtschaft an der Max-Eyth-Straße gefeiert werden.

Mit 40 Häusern wurde der größte Teil der Siedlung seinerzeit in der Verantwortung der „Reichsheimstätte“ gebaut. Aber auch die Nordischen Stahlwerke mit fünf Häusern und natürlich die Tuchfabriken Sager Söhne (10 Häuser), Bartram (11 Häuser) und Kracht (7 Häuser) sorgten dafür, dass ihre Beschäftigten in eigenen Häusern wohnen konnten.

Die Grundstücke sind zwischen 850 und 1050 Quadratmeter groß und boten den Siedlern die Möglichkeit, sich mit eigenem Obst und Gemüse zu versorgen und Kleinvieh zu halten. Die Straßen waren zunächst unbefestigt. Die Häuser hatten eigene Wasserbrunnen, und der Anschluss an die Kanalisation ließ auch noch sehr lange auf sich warten.

Der Blick in die alten Unterlagen gibt Zeugnis von einem regen Miteinander. Die Straßen wurden in Gemeinschaftsarbeit mit Lehmkies und Schlacke befestigt. Es gab ein gemeinsames Lager für Gartengeräte – und jede Menge Siegerpreise bei den Wettbewerben der Kleinsiedlungen auf Landes- und auch auf Bundesebene.

„Ich bin hier an der Weberstraße aufgewachsen. Das Gemeinschaftsleben ist nach 80 Jahren zwar etwas weniger geworden, aber immer noch intakt“, sagt Doris Frahm, die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft. Einmal im Monat gibt es einen Spieleabend mit Bingo und Kniffeln in der Siedlerschule am Wernershagener Weg. Im Sommer geht es auf Radtour, und auch die Weihnachtsfeier und ein großer Spieleabend haben ihren Platz im Jahreskalender. „Die Frauen-Kochgruppe gibt es leider nicht mehr. Sie hat 30 Jahre lang bestanden“, bedauert Doris Frahm. Auch das Kindervogelschießen existiert nicht mehr. „Es wohnen einfach zu wenig Familien mit Kindern hier. Die Siedlergemeinschaft ist mit ihren Häusern gealtert, aber die Altersstruktur verjüngt sich jetzt wieder durch Zuzüge“, sagt Doris Frahm. Zurzeit hat die Gemeinschaft 69 Mitglieder.

Faldera ist eine von 15 Siedlergemeinschaften, die im Kreisverband Wohneigentum (früher: Siedlerbund) organisiert sind. „Man wohnt sehr ruhig in Faldera. Die großen Gärten sorgen für viel Grün, und man ist schnell in der Innenstadt“, sagt Doris Frahm.

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