Schultheaterfestival in Neumünster : Gemeinsam gegen den Hass

Geschlossen gegen Hass: Die Schüler der Gemeinschaftsschule Faldera setzen sich mit ihrem Stück gegen Menschenfeindlichkeit ein.
Geschlossen gegen Hass: Die Schüler der Gemeinschaftsschule Faldera setzen sich mit ihrem Stück gegen Menschenfeindlichkeit ein.

Gemeinschaftsschule Faldera trat beim Schultheaterfestival auf

shz.de von
01. Juni 2018, 12:00 Uhr

Neumünster | Seit einiger Zeit wird in der Öffentlichkeit wieder viel über Menschenfeindlichkeit diskutiert. Berichte über Hassrede, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Sexismus sind in den Medien allgegenwärtig. Diese Themen beschäftigen auch die Schüler des 11. Jahrgangs der Gemeinschaftsschule Faldera. Deshalb haben sie nun das Stück „Warum?“ beim Schultheaterfestival im Theater in der Stadthalle auf die Bühne gebracht.

Bei dem Stück handelte es sich um eine Collage aus verschiedenen Szenen. Das Besondere: Sie kam völlig ohne Kulissen aus; die 35 Schüler arbeiteten lediglich mit ihrer Bühnenpräsenz. Alle waren schwarz gekleidet, auch die Bühne war schwarz. Dies wirkte besonders ernst und bedrückend, wenn alle Schüler gemeinsam als großer Pulk auf der Bühne standen. Wie in einem Fernsehbericht wurde von fremdenfeindlichen Übergriffen, sexuellen Belästigungen und antisemitischen Verbrechen erzählt. Aus der Masse heraus fragten einzelne Schüler nach dem Sinn dieser Taten – nach dem Warum.

Es folgte eine Reihe kleinerer Szenen mit unterschiedlichen Arten von Diskriminierung und Diffamierung. Da ist die Schülerin, die aufgrund ihrer Figur von ihren Mitschülern gehänselt wird oder der Fußballspieler, der wegen seiner Homosexualität beschimpft wird.

Neben diesen alltäglichen Szenen schilderten die Schüler auf sehr eindrucksvolle Weise die Flucht einer Familie vor Krieg und Terror oder das Leid der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus’.

Gegen Ende sangen sie einen Song über ihre Heimat, die offen und vielfältig ist. Sie stellten fest: „Heimat ist da, wo du bist“: Diese Heimat müsse nun zeigen, dass sie gegen die menschenfeindliche Stimmung bestehen kann. Den Liedtext schrieben die Elftklässler selbst. Die Musik stammt von Lehrer Ingo Schlünzen. Die Szenen wurden in acht Wochen harter Arbeit von den Schülern selbst ausgedacht. Unterstützt wurden sie dabei von den Lehrern Ingo Schlünzen und Arne Ketelsen. Das Stück ist Teil der Initiative „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, bei der die Gemeinschaftsschule Faldera seit 2009 mitmacht.

In einer kurzen Diskussionsrunde nach der Aufführung äußerten sich die zirka 250 Zuschauer positiv. Die Jungschauspieler riefen dazu auf, sein eigenes Handeln immer wieder zu hinterfragen. Denn Hass habe in ihrer Heimat keinen Platz.

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