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Holsteinischer Courier

23. August 2017 | 12:19 Uhr

Bönebüttel : Gemeinde wird kein Sperrbezirk

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rotlicht-Gewerbe hat sich aus der Gemeinde zurückgezogen.

Die Gemeinde Bönebüttel wird nicht zum Sperrbezirk. Bürgermeister Udo Runow (SPD) verfolgt das Thema zurzeit nicht weiter, weil sich die Prostituierten aus Bönebüttel zurückgezogen haben.

Nachdem in Neumünster am 24. Oktober 2013 die Sperrbezirksverordnung in Kraft getreten war, hatte auch Bönebüttel einen entsprechenden Antrag für das gesamte Gemeindegebiet beim Kreis Plön gestellt. Drei Frauen hatten ihr Gewerbe zunächst vor dem Friedhof an der Plöner Straße in Neumünster und später vor der Gemeinschaftsschule Brachenfeld betrieben. Mit dem Verbot für die Stadt waren die Prostituierten auf Bönebütteler Gemeindegebiet gesehen worden. Bürgermeister Runow hatte sogar auf dem Radweg Kondome und Feuchttücher mit Handschuhen eingesammelt (der Courier berichtete). Da hier von morgens bis abends Schüler unterwegs sind, hatte Runow den Sperrbezirk in erster Linie zum Schutz der Jugend beantragt. Allerdings blieb es in Bönebüttel bei diesem einen Fall, und es wurden keine weiteren Aktivitäten der Prostituierten in Bönebüttel festgestellt. So kann die Gemeinde auch nicht mehr begründen, dass eine Gefährdung vorliegt. Das Thema Sperrbezirk wurde zunächst zu den Akten gelegt.

Neues gibt es auch in Sachen Veränderungssperre: Der Kreis Plön hat entschieden, das die von der Gemeinde Bönebüttel beantragte Veränderungssperre für den Husberger Baubereich an der Bundesstraße 430 nicht rechtswirksam ist. Wenn ein Bauantrag gestellt ist, kann währenddessen keine Sperre verhängt werden. „Damit kann die Gemeinde auch den Beschluss zu der Sperre aufheben“, sagte Bürgermeister Udo Runow am Donnerstag im Kreis der Bönebütteler Gemeindevertreter. Trotz der in der Sitzung erfolgten Aufhebung des Beschlusses soll es keine von der Gemeinde befürworteten Abweichungen vom örtlichen Bebauungsbild geben. Laufende Verfahren müssten sich darüber hinaus am ortsüblichen Bild orientieren. Um die Ausnutzung vorhandener Lücken bis an die Grenze des Zulässigen zu vermeiden, soll in den Bebauungsplänen dafür gesorgt werden, das auch künftige Bauvorhaben in das Gemeindebild passen.

Vorsicht ist am Bahnübergang von Bönebüttel nach Tasdorf geboten. Eine wegen der dort vorhandenen Bodenschwelle beantragte Geschwindigkeitsbegrenzung wurde vom Kreis abgelehnt. Jetzt soll der Bauausschuss technische Verbesserungsmöglichkeiten prüfen.

Pech hatte ein Müllentsorger in der Gemeinde, berichtete Runow. Ganze Anhänger oder Lieferwagenladungen mit Reifen, Recyclingabfall oder Hausmüll kosten die Gemeinde jedes Jahr Geld für die Abfuhr und Entsorgung. Ein Müllfrevler hatte jetzt Pech. Ein Pizzazettel führte auf die Spur des Täters, der jetzt zahlen muss.

Noch können Bönebütteler Bürger bis Montag, 20. Januar, Tannenbäume am Sammelplatz am Sportlerheim abliefern. Außerdem wird es 2014 eine Haushaltsbefragung vom Statistischen Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein geben. Befragte Haushalte werden vom Amt angeschrieben, kündigte Runow an.

Ruhe herrscht zurzeit offiziell zum Thema Windanlagenbau in der Gemeinde. Eine besorgte Anwohnerin wollte während der Sitzung wissen, ob die Gemeinde Verbindungen zu Prokon, dem von der Insolvenz bedrohten Windkraftunternehmen, und Informationen hat. Udo Runow musste verneinen. Wie die Anwohnerin meinte, mache Prokon inzwischen Druck, die Anteilsscheine zu zeichnen.

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erstellt am 18.Jan.2014 | 05:30 Uhr

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