zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 02:56 Uhr

Bilanz : Gelungenes Jahr der Experimente

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gerisch-Stiftung zieht eine positive Bilanz für 2015 / Fast 20 000 Besucher kamen zu Ausstellungen, Museumspädagogik und Aktionen

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Ein besonderes Jahr rollt auf die Gerisch-Stiftung zu: Das 15-Jährige wird mit der besonderen Ausstellung „Wie es uns gefällt“ mit persönlichen Lieblingsexponaten des Stifter-Ehepaares Brigitte und Herbert Gerisch gefeiert. Birgit Gerisch ist zurzeit emsig am Vorbereiten, Fotografieren, Auswählen – und zieht eine sehr positive Bilanz 2015. „Es war ein Jahr der gelungenen Experimente mit mehreren Premieren. Wir hatten teilweise provokative und sehr ausgefallene Kunst. Die kam gut an“, sagt sie. 19  810 Besucher kamen zu Ausstellungen und Aktivitäten. Das entspricht dem Niveau der vergangenen drei Jahre.

Der Panzer „T 72“ in der Nissenhütte, ein Wohnzimmer im Baucontainer: Die größte Kunstschau mit zwei Teilen war eine Dreifach-Premiere: „Vom Großen und Ganzen – die Sammlung Haus N“ zeigte erstmals öffentlich die Kunstschätze des Ehepaares Peter und Gunda Niemann aus Kiel. Zum ersten Mal waren die Kuratoren eine Schar Privatleute aus allen Bereichen, und das Efeu-Haus gegenüber vom Stiftungsgelände wurde erstmals mit Kunst bespielt. „Das Haus hat seinen Charme und kam gut an, und der zweite Teil, der viele Kunstgeschmäcker widerspiegelte, war für manche spannender als Teil eins. Die Niemanns waren begeistert von den Möglichkeiten, die unser Haus und unser Park bieten. Und wir haben Un-Orte einbezogen“, sagt Brigitte Gerisch und meint damit den Pferdestall, in dem Pharaonengesang erklang, das alte Hühnerhaus oder in die Garage.

Davor hatte die Gerisch-Stiftung mit der Ausstellung „Alles schön und gut“ bis April mit Kunst provoziert: Der Blick hinter die Fassaden des Luxus und der Schönheit brachte Schockierendes wie magersüchtige Frauenkörper und die in Einsamkeit eisige, innerlich erstarrte Luxus-Gesellschaft („Sea of Tranquility“ von Hans op de Beek). Wiederum eine Premiere war die dritte Ausstellung: Zwar war immer schon hochkarätige, experimentelle Videokunst („Hasipur - The Story“ von Yehudit Sasportas, „Der Wald steht schwarz“ von Bjørn Melhus) Teil der Ausstellungen im Hause Gerisch, aber nie alleiniger Inhalt. „My Landscape is your Landscape“ zeigte 18 Videoarbeiten von 15 hochkarätigen Künstlern und entführte die Zuschauer in verschiedenste Landschaften – die Sonne mit explosiven Protuberanzen (Scale“ der Künstlergruppe Bauhouse) oder das Meer in vielen Facetten („Meeres-Garten“ von Louis von Adelsheim). Das Thema Landschaft passe zum Arkadien-Gedanken der Stiftung, sagt Brigitte Gerisch: „Arkadisch schön“ feierten immer mehr Brautpaare ihren großen Tag. „Unter der Hängebuche zu heiraten, ist wie in einem Natur-Dom.“

Ein weiteres Standbein der Stiftung ist die Museumspädagogik. Allein 115 Schulklassen – 2500 Schüler – nahmen am Projekt „Kunst trifft Schule“ teil. Öffentlich sichtbar ist das Flüchtlingsprojekt „Glückswächter“, „Vernetzte Welt“ heißt ein Objekt, das nach dem Entwurf von KGS-Schülern als Kunst entsteht.

Personeller Wechsel: Nach fünf Jahren ging die wissenschaftliche Mitarbeiterin Kristin Danger „wehmütig von dannen“ (Gerisch). Die Zusammenarbeit mit dem neuen künstlerischen Leiter Professor Claus Friede bezeichnet Brigitte Gerisch als „sehr positiv und befruchtend“: „Er ist gut in der Szene vernetzt und kommt bei allen gut an.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen