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Boostedt : Gelernt wird sechs Tage die Woche: 10 000 Euro für den Deutschunterricht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Spende vom RSH-Kindertag wurde übergeben.

Boostedt | An der Tafel stehen Zahlen, säuberlich aufgelistet bei eins beginnend, daneben steht die Zahl als Wort in Deutsch ausgeschrieben. Aufmerksam hören die 22 Männer und Frauen zu, was Julia Diercks ihnen vermitteln möchte. Sie ist eine von 16 Deutschlehrern der Flüchtlingsschule, die der Verein „Willkommen in Boostedt“ in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Rantzau-Kaserne betreibt.

Um diese ehrenamtliche Arbeit mit Flüchtlingen zu unterstützen, hat die Coop-Stiftung „Unser Norden“ dem Verein gestern 10 000 Euro übergeben. Franz Strompen, der Vorsitzende des Vereins, nahm im Beisein von Bildungsministerin Britta Ernst den Scheck entgegen.

„Der Schlüssel für eine gelungene Integration ist Bildung“, bekräftigte die Ministerin und lobte ausdrücklich die Arbeit der Helfer: „Ohne das ehrenamtliche Engagement würden wir das nicht schaffen.“ Erste Worte und Redewendungen vermitteln die Deutschlehrer an sechs Tagen in der Woche, täglich vier Stunden. „Etwa 80 Menschen kommen freiwillig in der Woche zu uns“, erklärte der Boostedter Franz Strompen. Das Geld wird aufgewendet für den laufenden „Schulbetrieb“: Stifte und Papier etwa müssen regelmäßig angeschafft werden. „Am Anfang bekommt jeder eine Mappe mit Kopien. Allein die Kopien kosten uns schon fast 300 Euro pro Monat“, berichtete er weiter. Die Verweildauer in der Erstaufnahme beträgt momentan zwischen vier und sechs Wochen. Neben rudimentären Deutschkenntnissen nehmen die Schüler noch mehr mit: „Es geht auch um die Vermittlung gesellschaftlicher Werte“, so Strompen.

Beim RSH-Kindertag in Eckernförde hatte die Coop-Stiftung der Bildungsministerin einen Scheck über 30 000 Euro überreicht, wovon drei Flüchtlingsprojekte im Land unterstützt werden. 

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