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Familientreffen : Gelebte Familiengeschichte seit vielen Jahrzehnten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr als 50 Teilnehmer reisten aus den verschiedensten Orten der Republik an.

Neumünster | Ein Familientreffen ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, auch wenn es in den vergangenen 25 Jahren 24 mal zwischen Kosta (Schweden) und Göttingen stattgefunden hat. Doch die Treffen des Angerstein-Clans sind schon mehr als außergewöhnlich. Über 500 Angersteins und direkte Nachfahren wohnen allein in Deutschland, schätzt Werner Angerstein, der am Wochenende das Treffen im Hotel Prisma organisierte. Mehr als 50 Teilnehmer reisten aus den verschiedensten Orten der Republik an. Gisela Angerstein war mit 87 Jahren die Älteste. Mit dabei hatte die Sippe einen wertvollen Schatz der Familie: Eine 13 Meter lange Stammbaumrolle mit über 1000 Namen wurde im Hotel aufgebaut.

Mit dem ungarischen Kaufmann Stephan Gradtu begann im Jahre 1216 im heutigen Niedersachsen die nachweisbare Familiengeschichte. Kaiser Friedrich II. übertrug ihm als Lehen das Gut „Angerstein“ und fortan waren er und seine Nachfolger die „von Angerstein“. Etwa um 1600 wurde das Gut aufgegeben, der Adelsanspruch hatte keine Grundlage mehr, und die Sippe verteilte sich in der ganzen Welt. Nachfahren zum Beispiel in Schweden gehören zu den Begründern der Stahl- und Glasindustrie. Andere leben in Österreich, Norwegen und Australien.

Der Beginn der systematischen Suche nach Verwandten und Ahnen begann bereits in den 30er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. „Die Nazis verlangten für verschiedenste offizielle Dokumente immer einen Nachweis arischer Herkunft. Mein Großvater Hans Angerstein wühlte in Kirchenarchiven, und so begann die Ahnentafel“, sagte Marion Karsten, geborene Angerstein, im Hotel. Ihr Vater Heinz setzte das Ganze dann fort. Diese Linie der Angersteins ist in Hagenow/Mecklenburg zu Hause. Sie bekamen noch zu DDR-Zeiten, im sogenannten „Kleinen Grenzverkehr“, immer Besuch von der Lübecker und Hamburger Linie.

Mit der Wende 1989 setzte eine neue Welle der historischen Forschung ein. Heinz Angerstein fuhr nach Neumünster, und schon am Ortseingang in Gadeland traf er auf den Bäcker Otto Angerstein. Nils Karsten aus Hagenow und Klaus Bülck aus Wahlstedt, zwei Eingeheiratete, forschten in Neumünster und Bad Bramstedt. Die Sippe wuchs um weitere Angersteins. Im Jahre 2004 trafen sich die Angersteins schon einmal in Neumünster. Werner Angerstein, als früherer Organisator der Holstenköste und im Kanuclub den Neumünsteranern bekannt, staunte schon damals: „Ich wusste nicht, dass ich so viele Verwandte habe.“ Am Wochenende unternahmen die angereisten Familienmitglieder mit Pferdekutschen eine Fahrt am Nord-Ostsee-Kanal und besuchten das Museum Tuch  +  Technik. Danach verstreuten sich die Angersteins wieder in ganz Deutschland.

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