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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 00:14 Uhr

Lokschuppen : Geldschein-Schnüffeln im IC-Abteil

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Hundestaffel der Polizeidirektion Neumünster trainierte gestern erstmals auf dem Gelände an der Brückenstraße.

shz.de von
erstellt am 04.Sep.2015 | 08:15 Uhr

Neumünster | Aufgeregt stürmt Chimera ins Zugabteil. Kaum hat Polizeioberkommissar Reno Fischer die sechsjährige Schäferhündin von der Leine gelassen, beginnt sie mit dem Schnüffeln zwischen und unter den Sitzen, an den Gardinen und auf dem Fußboden. Wenige Augenblicke später hat der aufgeweckte Vierbeiner den versteckten 50-Euro-Schein im Aschenbecher gefunden und wühlt ihn eifrig mit der Schnauze hervor. Reno Fischer ist zufrieden, schnappt sich eine Beißwurst und spielt zur Belohnung mit Chimera. Zum ersten Mal trainierte gestern die Hundestaffel der Polizeidirektion Neumünster auf dem Gelände des Kulturlokschuppens an der Brückenstraße.

Sieben Hundeführer und acht Hunde hatten viel zu erkunden. „Es ist ein echter Glücksgriff. Hier gibt es so viele verschiedene Gebäude mit versteckten Ecken und Winkeln und eben auch ausrangierte Waggons. So etwas haben wir sonst natürlich nicht“, erklärte Hundestaffel-Leiter Fischer. Im wöchentlichen Training sei es wichtig, öfter den Standort zu wechseln, damit die Tiere sich auf unterschiedliche Situationen einstellen könnten. Deshalb begebe sich die Polizei immer auf die Suche nach neuen Firmen oder Arealen. Dr. Holger Busche, Vorsitzender des Vereins Kulturlokschuppen, hatte sofort zugesagt, als die Anfrage kam. „Es ist super, dass wir die Polizei hier haben. Bei uns wurde leider immer wieder eingebrochen. Da ist die Präsenz von Vorteil“, erklärte er.

Geübt wurden verschiedene Situationen, die im realen Einsatzgeschehen vorkommen könnten. Relativ neu ist dabei das Erschnüffeln von Geldscheinen. „In jedem Geldschein, egal ob fünf oder fünfzig Euro, ist eine spezielle Tinte, die darauf abgerichtete Hunde wie Chimera riechen“, erklärte Fischer. So können die Einsatzkräfte zum Beispiel die Beute nach einem Banküberfall bei einer verdächtigen Person schneller finden. Aber auch in Sachen Kokain, Haschisch, Heroin und Co. macht Chimera so schnell keiner was vor. Der Drogen- und Geldspürhund hat Erfahrung. Während er im Zugabteil auf die Fährte ging, übten die Kollegen nicht nur das Aufspüren von Dingen, sondern auch den gezielten Angriff auf eine fliehende Person.

„Polizeihunde gehören dem Land, bleiben aber in der Regel ihr Leben lang bei einem Hundeführer. Ob sie sich für die Ausbildung eignen, hängt vor allem von der Gesundheit und Fitness ab“, erklärte Reno Fischer. Die meisten Diensthunde seien zwischen zwei und zehn Jahre, einige wenige auch schon älter. „Es gibt keine Grenze, wann ein Diensthund anfangen oder aufhören muss. Das wird individuell bei jedem Tier geschaut“, so der Polizeioberkommissar. Für die Polizeidirektion Neumünster sind Deutsche und Belgische Schäferhunde sowie Rottweiler im Einsatz. Neben Chimera als Drogen- und Geldspürhund gibt es noch Sprengstoff- und Kampfmittelspürhunde. Eingeschränkt können alle Hunde zudem auch Personen ausfindig machen.

Am Ende des mehrstündigen Trainings gestern waren sich sowohl Reno Fischer als auch Holger Busche einig: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Polizeihunde das Gelände rund um den alten Lokschuppen durchstreifen. „Wir kommen in unregelmäßigen Abständen wieder“, so Fischer.

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