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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 00:26 Uhr

Milder Winter : Geld zurück von den SWN

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Weil der Energieverbrauch fürs Heizen geringer als erwartet ausfiel, dürfen viele Verbraucher auf Rückzahlungen hoffen

von
erstellt am 06.Mär.2015 | 06:15 Uhr

Neumünster | Endlich mal wieder eine gute Nachricht von den Stadtwerken: Wegen des extrem warmen Winters dürfen sich die meisten Heizkunden der SWN Hoffnung auf eine satte Rückzahlung machen.

Genaue Zahlen gibt es derzeit zwar noch nicht, SWN-Vertriebsleiter Mathias Stolten geht aber davon aus, dass die Neumünsteraner im vergangenen Jahr rund 10 Prozent weniger Energie fürs Heizen verbraucht haben als im Vorjahr – sowohl bei der Fernwärme als auch über die Gasheizung. Der Absatzrückgang dürfte sich mehr oder weniger im selben Ausmaß auf die Heizkostenrechnung der Verbraucher auswirken, sagt der Experte voraus.

Konkret: Ein durchschnittlicher Haushalt darf – je nach Abrechungszeitraum – mit einer Erstattung von 100 bis 150 Euro rechnen. In der Spitze seien auch Erstattungen von 20 bis 25 Prozent möglich, glaubt Stolten.

Schöner Nebeneffekt: Die Erstattung hat automatisch auch immer Auswirkungen auf die künftigen Abschlagszahlungen. Die Stadtwerke sind – wie alle Versorger – verpflichtet, die künftigen Monatsabschläge nach dem Verbrauch des Vorjahres zu berechnen: Gibt es eine Erstattung, sinken also automatisch auch die Raten für die folgenden 11 Monate. Im zwölften Monat wird verrechnet.

Das hat allerdings nicht nur Vorteile: Wird der nächste Winter wieder „normal“ oder gar deutlich kälter, dürfte es für manchen Verbraucher dann ein böses Erwachen geben, warnt Stolten. Dann könnten plötzlich deutliche Nachforderungen auf der Jahresrechnung stehen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist Stolten zufolge sogar recht hoch: Den Stadtwerken zufolge war 2014 das wärmste Jahr seit der Wetteraufzeichnung – ist also im langjährigen Vergleich vermutlich die große Ausnahme.

Um zu vermeiden, dass es bei den Verbrauchern ein böses Erwachen gibt, empfehlen die Stadtwerke in den jetzt versandten Jahresabrechnungen daher, die Abschlagszahlungen für 2015 freiwillig anzupassen – beziehungsweise der Absenkung der Abschläge zu widersprechen.

Besonders Kunden, die schärfer kalkulieren müssen, sollten die Anpassung nutzen – oder alternativ selbst Rücklagen bilden, rät Vertriebsleiter Stolten.

Nach eigenen Angaben versorgen die Stadtwerke derzeit etwa 17 000 Haushalte in Neumünster mit Erdgas und rund 20 000 Wohneinheiten sowie öffentliche und gewerbliche Gebäude mit Fernwärme.

STANDPUNKT

von Jens Bluhm

Wer will, kann den Stadtwerken natürlich auch hier Böses unterstellen: Wer im Laufe des Jahres überhöhte Abschläge auf seine Gasrechnung zahlt, stellt den Stadtwerken  bis zur Jahresabrechnung de facto ein zinsloses Darlehen zur Verfügung.

Wer fair bleibt,   wird den Stadtwerken zugestehen, dass der Klimawandel  aller Voraussicht nach noch nicht so weit vorangeschritten ist, dass der Winter künftig regelmäßig ausfällt. So gesehen ist der Appell der Stadtwerke, für den nächsten Winter lieber etwas höhere Abschläge anzusetzen, nicht nur geschäftlich fair, sondern auch  aus Sicht des  Verbrauchers vernünftig: Wer will schon gerne draufzahlen, wenn die Jahresrechnung kommt? Und sollte tatsächlich auch der dritte Winter in Folge ausbleiben, gibt’s als Trostpflaster immerhin wieder eine  Rückzahlung von den SWN. Das ist doch auch schon etwas.

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