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Gemeinschaftsschule Faldera : Gekonntes Bühnenspiel gegen typische Vorurteile

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Junge Theaterprofis der Gemeinschaftsschule Faldera spielten mit klassischen Rollenklischees.

Neumünster | Eine ungewöhnliche Theateraufführung boten 20 junge Frauen und Männer des 13. Jahrganges der Gemeinschaftsschule Faldera jetzt in der Schulaula. In einem selbst erarbeiteten Programm spürten sie dem Schubladendenken von typisch Frau und typisch Mann nach.

Dabei wollten die Schüler bewusst nicht die gängigen Klischees im Stile „Frauen am Steuer“ auf die Bühne bringen, sondern „solche, über die es lohnt nachzudenken, bei denen wir uns selbst wiederfinden“, wie Christina Barthelme sagte. Das Aufstöhnen und die Lachsalven im Publikum, und es waren an beiden Tagen über 200 Besucher, gaben ihrem Ansatz Recht.

„Immer dort, wo wir den Nerv und die eigenen Erfahrungen der Zuschauer getroffen haben, gab es emotionale Reaktionen“, fand Barthelme. Natürlich flossen auch Erlebnisse im eigenen Elternhaus ein, gestanden die jungen Frauen und Männer. Mit den Männern hatte der 13. Jahrgang aber so seine Probleme: Es gab einfach nicht genug, um genügend Paare zu bilden. Also mussten einige Frauen, schwarz gekleidet, Männerrollen übernehmen. Auch wenn auf der Bühne der Satz fiel: Männer können Frauen nicht verstehen, so konnten sich die Mädchen in den Männerrollen doch hervorragend zurechtfinden.

Eine weitere Besonderheit prägte die Aufführung: Jeder der Akteure erarbeitete eine solistische Szene mit einem eigenen Thema oder einem Lied wie Melina Claasen. Dass bei den Männern „Na, wollen wir einen trinken“ und bei den Frauen „Igitt, wie bin ich dick“ vorkam, war wohl normal.

Wie aber jeweils die Männer und die Frauen zweier Paare ihre „Erfahrungen“ über ein gemeinsames Abendessen beim Italiener und dem anschließenden Sex im heimischen Bett austauschten und dabei zu völlig entgegengesetzten Einschätzungen kamen, war genial dargestellt. Ebenso das Besen- und Putzballett. Als Anne Grube und Lea-Maricke Baldauf über ihre heimischen Sexerlebnisse sprachen, dabei über einen Sextherapeuten nachdachten, und die „Lösung“ im Partnertausch gefunden zu haben glaubten, war einfach köstlich.

Dennoch standen die Gags nicht im Vordergrund. Den Schülerinnen ist ein Spiel gegen Vorurteile gelungen, das zum Nachdenken anregt.

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