Annette Widmann-Mauz : Gekipptes Betreuungsgeld sorgte für Gesprächsbedarf

Staatsekretärin Annette Widmann-Mauz (Mitte) warb für sich als zukünftige Bundesvorsitzende der CDU-Frauen-Union. Die Landesvorsitzende Katja Rathje-Hoffmann (rechts) und die Neumünsteraner Kreisvorsitzende Maike Enge begleiteten sie.
Foto:
Staatsekretärin Annette Widmann-Mauz (Mitte) warb für sich als zukünftige Bundesvorsitzende der CDU-Frauen-Union. Die Landesvorsitzende Katja Rathje-Hoffmann (rechts) und die Neumünsteraner Kreisvorsitzende Maike Enge begleiteten sie.

Die parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz debattierte mit Mitgliedern der Frauen-Union.

shz.de von
23. Juli 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Gut zwei Dutzend Frauen aus ganz Schleswig-Holstein folgten am Dienstagabend der Einladung der Landesfrauen-Union Schleswig-Holstein (FU) ins Alte Stahlwerk. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „FU trifft“ hatte sich die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium und Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz zu einem Besuch bei der Frauenorganisation der CDU angekündigt.

Dass Annette Widmann-Mauz als Gast in Neumünster weilte, war kein Zufall. Sie stellte sich als designierte Nachfolgerin der FU-Bundesvorsitzenden Prof. Maria Böhmer vor, die zum nächsten Bundesdelegiertentag im September nicht wieder kandidieren wird.

Annette Widmann-Mauz, die auch Landesvorsitzende der FU in Baden-Württemberg ist, stellte zunächst verschiedene Politikfelder vor, in denen die CDU-Frauen viel erreicht hätten – und auch solche mit Nachholbedarf. Als ein Hauptziel nannte die Bundestagsabgeordnete „mehr Frauen für die Politik zu interessieren“. Als Erfolg verbuchte sie, dass die Kindererziehungszeiten in die Rente aufgenommen wurden, ebenso den Rechtsanspruch für Frauen auf ein befristetes Ausscheiden aus dem Beruf. Viel Arbeit sei aber notwendig, um die Generation zu sichern, die jetzt in der Mitte des Lebens stünde.

Auch die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, dass das Betreuungsgeld in der gegenwärtigen Form nicht verfassungskonform sei, spielte eine gewichtige Rolle in der späteren Diskussion. „Wir müssen dafür sorgen, dass Frauen ihren eigenen Lebensentwurf und den ihrer Familien finden. Dort müssen wir sie unterstützen“, forderte Annette Widmann-Mauz.

Als Alternativen für das gekappte Betreuungsgeld nannte sie beispielsweise Gutscheine für den Wiedereinstieg in den Beruf oder für hauswirtschaftliche Dienstleistungen. Katja Rathje-Hoffmann, FU-Landesvorsitzende, fügte hinzu, dass man aufpassen müsse, dass das Geld vom Bund nicht irgendwo verschwinde, sondern „bei den Familien, bei den Frauen ankomme“.

Neben dem Thema Betreuungsgeld stand die Frauenquote für Führungspositionen oder Parteiwahllisten im Zentrum der Diskussion. Naturgemäß gab es verschiedene Standpunkte, so zum Beispiel den Vorschlag, das Problem mit mehr Gelassenheit anzugehen, da Frauen eben anders Politik machten als Männer. Wer als Quotenfrau auserwählt sei, sollte darüber nachdenken, ob er nicht in eine „Opferrolle“ gedrängt würde und sich auch als ein solches fühle. Aber insgesamt „sei das, wie Politik überhaupt, ein Bohren von dicken Brettern“, meinte Annette Widmann-Mauz.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen