Neumünster : Geht der Schwimmcup baden?

Manfred Bruhn (links) und Schirmherrin Kirsten Bruhn (vorn) werden den Wettkampf unter neuem Namen weiter organisieren, Marc Simon, Inka Bruhn und Guido Schwartze scheiden aus.
Manfred Bruhn (links) und Schirmherrin Kirsten Bruhn (vorn) werden den Wettkampf unter neuem Namen weiter organisieren, Marc Simon, Inka Bruhn und Guido Schwartze scheiden aus.

Das inklusive Event gerät in hohe See, weil die Stadtwerke Miete für die Cabrio-Halle verlangen. Der Kreissportverband will das Gespräch suchen, um die Wogen zu glätten.

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11. Mai 2018, 07:35 Uhr

Der Schock sitzt tief bei den Organisatoren des Wettkampfes der Vielfalt. Für ihren Schwimmwettbewerb für Menschen mit und ohne Behinderung, der in diesem Jahr unter dem neuen Namen „Inklusionsschwimmcup“ am 30. Juni im Bad am Stadtwald starten wird, muss der Polizeisportverein Union (PSV) erstmals Miete für die Schwimmhalle bezahlen.

„Das sind acht Stunden à 43 Euro pro Bahn, also insgesamt 2758 Euro plus Umsatzsteuer“, rechnet Manfred Bruhn vom PSV vor, „Das ist für einen Verein viel Geld.“ Angesichts der großen Summe werde sich der Verein überlegen müssen, ob er den Schwimmcup im kommenden Jahr noch stemmen kann, so Bruhn.

Bislang haben die Stadtwerke Neumünster (SWN) für den Inklusions-Wettbewerb das Freibad für einen Tag gratis zur Verfügung gestellt. „Das war möglich, weil das Becken bereits buchhalterisch abgeschrieben war“, sagt Bad-Chef Tom Keidel. Nach dem Umbau wird der Wettkampf nun in der neuen Cabrio-Halle ausgetragen. Wie teuer die Halle für Schulen und Vereine wird, sei bereits seit September klar gewesen. „Es bestand immer der Wunsch der Vereine, ein Wettkampfbecken, das bestimmte Voraussetzungen erfüllen muss, in der Stadt zu haben. Außerdem ist der Beitrag pro Bahn und Stunde, den wir erheben, bereits ermäßigt, denn dieser ist nicht kostendeckend“, so Keidel. Bruhn betont: „Es geht bei dem Cup nicht um Wettkampf, sondern um Inklusion.“

Zum Vergleich: In der Uni-Schwimmhalle Kiel kostet eine Bahn pro Stunde 10 Euro, in Flensburg durchschnittlich 28 Euro und im Freibad Bad Bramstedt kostet die gesamte Halle pro Stunde 40 Euro.

Die SWN bleiben Sponsor des Wettkampfes und helfen unter anderem mit Pavillons. Der Bad-Chef verweist zudem auf die Spendenplattform der Investitionsbank Schleswig-Holstein, auf der Spenden für den Cup gesammelt werden. Rund 3000 Euro sind dort zusammengekommen. „Davon finanzieren wir die Medaillen, wie viel übrig bleibt, ist noch nicht klar“, so Bruhn.

„Davon bin ich sehr überrascht“, sagt Ute Freund, VoKreissportverbandsvorsitzende (KSV) und kündigt Unterstützung an: „Wir werden mit den Stadtwerken das Gespräch suchen.“ Bernd Delfs, Sportausschussvorsitzender und SWN-Aufsichtsratsmitglied, betont: „So eine wichtige Veranstaltung muss erhalten bleiben.“

Der Behindertenbeauftragte der Stadt, Hartmut Florian, hält den Schwimmcup für ein „Aushängeschild, das gerade für behinderte Sportler sehr wichtig ist.“

Dass Marc Simon, Inka Bruhn und Guido Schwartze aus dem Organisationsteam ausscheiden und die Arbeit an Simone Bock, Ulf Döhring, Sonja Kluth und Sonja Schöpper abgeben, habe mit der Entwicklung nichts zu tun: „Wir haben unser Ziel, den Wettkampf in einer breiten Öffentlichkeit zu etablieren, nicht so erreicht wie wir uns das vorgestellt haben“, erklärt Marc Simon.

Für dieses Jahr ist der Wettkampf gesichert, der PSV wird die Miete tragen müssen, so Bruhn. Sportlich wird sich nichts ändern. Menschen mit und ohne Handicap werden in diversen Schwimm-Stilen an den Start gehen. Noch bis 9. Juni können sich die Teams anmelden unter www.psvnms.de.

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