Geheimplan: Das Einkaufszentrum kommt auf den Großflecken

So könnte die neue 'Stadt-Galerie' mitten auf dem Großflecken aussehen. Foto: fotomontage: nobis
So könnte die neue "Stadt-Galerie" mitten auf dem Großflecken aussehen. Foto: fotomontage: nobis

Wochenmarkt erhält in einer unterirdischen Markthalle seinen neuen Standort / Kleinflecken wird wieder zum Parkplatz zurückgebaut

Avatar_shz von
01. April 2011, 08:25 Uhr

Neumünster | Jetzt ist endlich klar, warum die Planer des Innenstadt-Einkaufszentrums so lange mit den Details hinter dem Berg halten: Es kommt alles anders als gedacht. Nach Courier-Informationen wird das neue Center weder hinter Karstadt noch am Gänsemarkt gebaut, sondern mitten auf dem Großflecken. Das bestätigte gestern eine gut informierte Quelle.

"Wir wollen einfach die beste Lage in der ganzen Stadt, und die ist nun mal mitten auf dem Großflecken", sagte ein Vertreter der Investorengemeinschaft von ECE und HBB. Den Verkauf des Großfleckens habe die Ratsversammlung am vergangenen Dienstag bereits in nicht-öffentlicher Sitzung abgesegnet. "Ich rechne nicht mit Widerstand. Bei Ihnen meckern doch eh immer alle über die angebliche ,Steinwüste Großflecken", sagte der Investor.

Die Entscheidung von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras, den Wochenmarkt dauerhaft auf dem Großflecken zu belassen (siehe Seite 17), erscheint im Lichte dieser Informationen als reines Ablenkungsmanöver. Ganz falsch ist sie aber wohl nicht: Der Wochenmarkt soll Platz unter dem Einkaufszentrum finden, denn dort wollen ECE und HBB die größte Markthalle von ganz Norddeutschland bauen. Für Stadt-Nostalgiker besonders erfreulich: Gleichzeitig wird der Fußgängertunnel unter dem Großflecken, vor 20 Jahren zugeschüttet, wieder freigeräumt.

Doch damit ist es noch nicht genug. Der Verkauf des Grundstückes Großflecken an die Investoren bringt eine zweistellige Millionensumme in die Stadtkasse. "Einen Großteil werden wir zur Schuldentilgung verwenden, aber eine Sache gönnen wir uns und den Autofahrern: Den Kleinflecken bauen wir gleich wieder zum - kostenlosen - Parkplatz zurück. Das war nämlich eine Schnapsidee von uns", sagte ein hoher Vertreter aus dem Rathaus. Es soll sogar daran gedacht sein, auf der neuen Promenade am Teich wieder Bäume zu pflanzen, vermutlich Ginkgos.

Auch die Stadtwerke sind längst im Boot und haben darauf reagiert, dass Courier-Haus und Sagerviertel nun doch nicht für den Bau des Einkaufszentrums abgerissen werden: Die SWN haben alle Dachflächen für 20 Jahre gepachtet und wollen dort riesige Fotovoltaik-Anlagen installieren. Damit nicht genug: Auf dem Sager-Parkplatz installieren die SWN zwei Windräder mit einer Rotorspitzenhöhe von 150 Metern (fast so hoch wie der Kölner Dom!). "Wenn das alles läuft, brauchen wir keinen Atomstrom mehr einzukaufen. Wir sind dann die ersten deutschen Stadtwerke, die den Strom komplett selbst aus erneuerbaren Energien herstellen", sagte ein SWN-Insider.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen