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„Jazz Lips“ im Schillers : Gefeierte Rückkehr erstklassiger Musiker

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die „Jazz Lips“ aus Hamburg begeisterten am Ostersonntag rund 120 Zuschauer im ausverkauften Schillers.

Neumünster | Nach sieben Jahren Abstinenz kehrten sie endlich wieder nach Neumünster zurück: die „Jazz Lips“ aus Hamburg. Am Ostersonntag begeisterten die sieben Musiker im ausverkauften Schillers 120 Fans.

Auch wenn ihre Musik um den alten New-Orleans-Jazz kreist, lassen sich Peter Meyer (Banjo/Gesang), Thomas Niemand (Trompete/Gesang), Hauke Strebel (Posaune), Günther Liebetruth (Klarinette/Gesang), Hendrik Tjeerdsma (Tuba), Norbert Wicklein (Schlagzeug) und Wolf Delbrück (Piano) nicht in diese Schublade einordnen. In ihren 45 Jahren Bühnenpräsenz gelang es den „Jazz Lips“ immer wieder, neue Einflüsse aus verschiedensten Musikstilen aufzunehmen, alte und längst vergessene Spielarten und Werke des Jazz neu zu entdecken und so zu einer Institution in der bundesdeutschen und internationalen Jazzszene zu werden.

Natürlich begann das Osterkonzert mit New-Orleans-Jazz, danach gab es alte Schlager, Evergreens und Blues von Duke Ellington. Bei ihren New-Orleans-Medleys konnte man sich eine groovende Brassband in einem Trauerzug auf den Straßen von New Orleans vorstellen. Zu den Höhepunkten gehörte es, als die Musiker den Mambo der 50er-Jahre aufleben ließen und die Zuhörer bei dem legendären „Uh“ mitmachen durften.

Einen Kontrastpunkt dazu setzte Hauke Strebel mit einem Stück aus der Schweiz, das sich im besonders bedächtigen Tempo von der Musik des Abends abhob. Das toppte allerdings noch Günther Liebetruth mit seinem „Liebetruth-Phon“, bei dem er mit seinen Händen Klarinette spielte und später beim kreolischen Martinique-Jazz „kreolisch“ sang (Komposition von Meyer).

Doch nicht nur Liebetruth glänzte als Solist. Alle Bandmitglieder überzeugten an ihren Instrumenten, wobei das Solo mit der Tuba von Hendrik Tjeerdsma schon etwas Besonderes war. Wolf Delbrück und Hauke Strebel zauberten mit ihren Instrumenten, Peter Meyer sang und spielte genial. Thomas Niemand präsentierte sich nicht nur als erstklassiger Trompeter, sondern auch als Jazz-Sänger, bei dem schon punktuell Louis Armstrong durchschimmerte.

Der hohe musikalische Anspruch, verbunden mit einer überspringenden Vitalität der Akteure und der Vielfalt ihres Repertoire sorgte im Verlauf des Abends für immer neue Oster-Überraschungen, die die Jazzfreunde mit tosenden Beifall bedachten.

Erstaunlich ist auch die Kontinuität der Formation. Mit Meyer, Liebetruth und Delbrück sind aktuell noch drei Gründungsmitglieder mit dabei, Tjeerdsma und Wicklein haben ihr 20-jähriges Jubiläum bereits lange hinter sich. Ihre Liebe zum New-Orleans-Jazz können und wollen die „Jazz Lips“ aber nicht ablegen. Ihre neue CD trägt den Titel „My Darling Orleans”.

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