zur Navigation springen

JVA : Gefangener rief „Allahu Akbar“ – und ging auf die Beamten los

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Weitere Details zu der Attacke im Gefängnis sind bekannt.

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2017 | 08:07 Uhr

Neumünster | Der Gefangene, der am Sonnabend auf Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) losgegangen ist (der Courier berichtete), hat während seiner Tat mehrfach „Allahu Akbar“ (Gott ist groß) gerufen. Das hat das Justizministerium gestern auf Nachfrage bestätigt. Zudem gab Sprecher Dr. Wolf Gehrmann weitere Einzelheiten bekannt. Die arabische Formel wird oft von Selbstmordattentätern gerufen.

Laut Gehrmann waren neun Beamte dabei, als der Haftraum des randalierenden Iraners geöffnet wurde, zwei von ihnen mit Helm und Schutzschild. „Der Gefangene hat bei seinen Handlungen zwei gefährliche Gegenstände als Schlag- bzw. Stichwerkzeug eingesetzt, die er zunächst unter seiner Bettdecke vor den Blicken der Bediensteten verborgen gehalten hatte“, so Gehrmann. Als die ersten Beamten sich ihm näherten, um ihn zu fesseln, schlug er unerwartet mit einem etwa 50 Zentimeter langen Metallteil seines Bettes auf zwei Bedienstete ein. Einen traf er am Kopf, einen weiteren an der Schulter. Als ein Kollege zu Hilfe eilte, stieß der Mann ihm eine Glasscherbe in den Rücken. Auch dabei soll er „Allahu Akbar“ gerufen haben. Dann konnten die Beamten ihn überwältigen.

Die verletzten Beamten wurden laut Gehrmann nach ihrer Behandlung im Krankenhaus nach Hause gefahren. Ihnen steht eine psychologische Betreuung zur Verfügung. Die Anstaltsleitung informierte umgehend das Ministerium. Noch am selben Tag lag ein schriftlicher Bericht vor.

Gehrmann bedauert den Angriff. „Der Vorfall ist aufzuarbeiten, um Strategien für ähnliche Situationen zu entwickeln. Es muss das Risiko vermindert werden, dass es zu Verletzungen von Bediensteten nach einem Angriff kommt.“ Solche Vorfälle seien aber leider nie völlig auszuschließen, auch in anderen Anstalten des Landes nicht. Seit 2015 würden alle Bediensteten, die in Kontakt mit Gefangenen stehen, in Deeskalationsstrategien und waffenloser Selbstverteidigung geschult. „In Verbindung mit dem Einsatz von Hilfsmitteln und Schutzausstattung sind die Schulungen weiter zu intensivieren“, so Gehrmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen