Brennpunkt-Tour : Gefahren rund um den Bahnhof

Verkehrsplaner Michael Köwer deutet es an: Am Klostergraben ist das Radeln auf dem Gehweg erlaubt.
Verkehrsplaner Michael Köwer deutet es an: Am Klostergraben ist das Radeln auf dem Gehweg erlaubt.

Fahrradclub lud wieder Politik, Verwaltung und Polizei auf eine Tour zu den Gefahrenstellen in der Stadt ein.

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28. Mai 2016, 07:30 Uhr

Neumünster | Das völlig verwitterte Radweg-Schild an der Haartallee ist mit ein wenig Wasser und Seife schnell wieder auf Vordermann gebracht – doch es gibt für Radfahrer auch weit mehr Ärgernisse in der Stadt – wie falsche Schilder, Baustellen und echte Gefahrenquellen. Auf einer Tour für Politik, Verwaltung und Polizei machte die Radlerlobby im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) jetzt wieder auf die größten Brennpunkte aufmerksam.

Tourstart war am Sachsenring/Ecke Rembrandtstraße, wo der ADFC-Vorsitzende Uwe Mohns am Sackgassenschild einen Zusatz vermisst, denn nur für Autos ist hier Schluss, aber Radler und Fußgänger kommen durch. Über die Brüggemannstraße (Mohns: „Die könnte man doch wie die Carlstraße zur Fahrradstraße machen“) und Haartallee ging es weiter zur Brachenfelder Straße.

Hier am Stadthaus ist es knifflig, findet der ADFC und schlägt vor, die Benutzungspflicht des Radwegs aufzuheben, aber das Radeln auf dem Gehweg zu erlauben, denn nur wenig später in der unübersichtlichen Kurve müssen Radfahrer eigentlich die Straßenseite wechseln. „Gefahrenquellen ausschalten“, nennen Uwe Mohn und seine Mitstreiter die Idee hinter den Brennpunkttouren. „Wir prüfen das“, sagte Neumünsters Verkehrsplaner Michael Köwer zu. Auch Polizeioberkommissar Dieter Teetzen von der Polizeidirektion radelt regelmäßig mit.

Am Bahnhof hatten die ADFC-Aktivisten gleich mehrere Kritikpunkte. Nicht nur ständig zugeparkte Rad- und Gehwege vor dem Erotikgeschäft und an der Johannisstraße sind hier ein Dauer-Ärgernis, auch das ewige Baustellengerüst am Geschäftshaus Kuhberg 1-3 nervt. Mit einer Ungereimtheit werden die Radfahrer aber wohl leben müssen: dass die Ampeln am Adenauer-Platz zeitweise zwei Richtungen gleichzeitig Grün geben. Radler/Fußgänger, die vom Kuhberg stadtauswärts wollen, und diejenigen, die beim ehemaligen „Krögers“ queren, kommen sich so ins Gehege. Michael Köwer: „Die Ampel gilt nur für die Fahrbahn. Wenn wir das ändern, haben wir 20 Sekunden weniger Grünphase.“

Beim Baugerüst am Kuhberg will die Verwaltung nachhaken. Und bei der Johannisstraße seien kleine Hindernisse wie die schon vor Karstadt montierten Frankfurter Hütchen vielleicht eine Lösung, sagte Köwer.

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