Klosterbad-Ruine : Gefährlicher Abenteuerspielplatz

Wie sich die Bilder gleichen! Nach dem Zweiten Weltkrieg sah das  Schwimmbad an der Klosterstraße so aus. 1952 wurde es wiedereröffnet  – und heute ist es wieder Ruine.
1 von 4
Wie sich die Bilder gleichen! Nach dem Zweiten Weltkrieg sah das Schwimmbad an der Klosterstraße so aus. 1952 wurde es wiedereröffnet – und heute ist es wieder Ruine.

Seit fast drei Jahren tut sich auf dem Abbruchgelände des Klosterbads nichts. Der Bauzaun hat große Lücken, durch die immer wieder Kinder in die Ruine klettern.

von
19. Oktober 2013, 07:00 Uhr

Spitze Stahldrähte der Betonbewehrung ragen meterhoch in die Luft, Treppen enden im Nichts: Die Ruine des ehemaligen Klosterbads ist ein gefährlicher Abenteuerspielplatz. Auf das Gelände zu gelangen, ist kein Problem. Überall klaffen Lücken im Bauzaun.

„Erst neulich spielten Kinder dort und warfen mit Steinen – da liegen ja genug herum. Anlieger haben dann die Polizei gerufen“, sagte Beobachter Klaus-Dieter Jodehl. „Das dürfte nicht sein“, sagte auch Angela Nieber, als sie gestern mit ihrer Tochter Jamie-Lee Römer die Enkelin Marry-Jane (4) von der Kita Schwedenhaus abholte.

Vor fast drei Jahren stoppten die Abbrucharbeiten auf dem 6500 Quadratmeter großen Areal am Meßtorffweg. „Der Stadt sind die Hände gebunden“, sagte Fachdienstleiter Heinrich Kautzky. Die Bauaufsicht habe geprüft, ob eine Gefahr für den öffentlichen Verkehrsraum bestehe. „Das können wir verneinen“, so Kautzky. Man habe den Eigentümer Michael Klinger wiederholt aufgefordert, den Zaun wieder herzustellen. Das habe der auch getan, er sei aber hilflos zu verhindern, dass Leute das Grundstück betreten.

Klinger, Chef der Gorgo-Verwaltungsgesellschaft, ist aber schon gar nicht mehr der richtige Ansprechpartner. „Wir haben weiterverkauft“, sagte Klinger auf Courier-Nachfrage. Klinger hatte das seit 2006 leer stehende Klosterbad gekauft und als Projektentwickler im März 2012 einen positiven Vorbescheid für den Bau von Mehrfamilienhäusern bekommen. Als das Projekt stockte, hatte auch die städtische Wobau zunächst Interesse bekundet. Doch das Objekt war ihr zu teuer.

Neuer Eigentümer ist der Gütersloher Investor Werner Muntau. Im Januar hatte er dem Courier erklärt, acht dreigeschossige Häuser mit 95 Wohnungen plus Penthouse-Etagen bauen zu wollen. Projektstart sollte im März sein, doch passiert ist nichts. Für eine Stellungnahme war Muntau gestern nicht erreichbar. Die Stadt hofft, dass es durch den Eigentümerwechsel zu einem neuen Ansatz kommt, sagte Stadtentwickler Bernhard Hörst: „Innenstadtnahes Wohnen ist gefragt.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen