Auschwitz-Birkenau : Gedenkveranstaltungen erinnern an Holocaust-Opfer

Rosen liegen auf den Schienen im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Oswiecim (Polen). Auch in Neumünster finden am 27. Januar Gedenkveranstaltungen statt.
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Rosen liegen auf den Schienen im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau in Oswiecim (Polen). Auch in Neumünster finden am 27. Januar Gedenkveranstaltungen statt.

Im Rathaus-Innenhof findet eine Gedenkfeier statt, anschließend gibt es einen Gottesdienst in der Vicelinkirche und eine Lesung in der Stadtbücherei.

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22. Januar 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Es ist ein denkwürdiges Datum: Am Dienstag, 27. Januar, jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zum 70. Mal. Anlässlich des Jahrestages werden in der Stadt verschiedene Gedenkveranstaltungen organisiert.

Um 17.30 Uhr laden der Kirchenkreis Altholstein, die katholische Kirche, der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie und die Stadt im Innenhof des Rathauses zu einer Gedenkfeier mit Kranzniederlegung ein. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras wird eine Rede halten.

Im Anschluss findet ab 18 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der Vicelinkirche statt. Beteiligt sind die evangelische und katholischen Kirche, das Bündnis gegen Rechts und der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie. Die Predigt hält Stefan Block. „Wir wollen an diesem Tag der Opfer gedenken, uns an sie erinnern. Wir wollen unsere Verantwortung vor Gott bekennen für alles, was war und was noch geschieht“, sagt der Propst.

Um 19.30 Uhr lädt der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie zu einer Lesung in der Stadtbücherei, Wasbeker Straße 14, ein. Autor Frank Nonnenmacher liest aus dem Buch „Du hattest es besser als ich“. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Auf dem Weg vom Gottesdienst zur Stadtbücherei will das Bündnis gegen Rechts eine Kerze und eine Blume am Stolperstein des Neumünsteraners Friedrich Wilhelm Gnoss am Schleusberg niederlegen. Der 1889 in Harrisleefeld geborene Gnoss, der 1932 an die Schwale zog, zählt zu den wenigen Beispielen, bei denen ein Stolperstein an das Schicksal eines „Kriminellen“ erinnert. Gnoss war im April 1938 als sogenannter Sicherheitsverwahrter mit dem Grünen Winkel für Berufsverbrecher in das Konzentrationslager Neuengamme eingeliefert worden, wo er im Januar 1944 ermordet wurde. Der Opfergruppe der „Grünwinkler“ gilt in diesem Jahr das besondere Augenmerk des Runden Tisches für Toleranz und Demokratie.

Dr. Olaf Tauras wünscht sich, dass die Veranstaltungen auf reges Interesse stoßen. „Ich hoffe, dass sich viele Menschen sowie Vereine und Verbände an der Gedenkfeier, dem Gottesdienst und der Lesung beteiligen“, so der OB.

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