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Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 10:53 Uhr

Gedenken an eine Charta der Versöhnung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bund der Vertriebenen legte Kranz im Friedenshain nieder

Der Bund der Vertriebenen (BdV) feierte am Sonnabend bundesweit, so auch in Neumünster, den Tag der Charta der Heimatvertriebenen. Willi Treetzen, BdV-Vorsitzender, begrüßte im Friedenshain 16 Anwesende, darunter den BdV-Ehrenvorsitzenden Herbert Möller, ehe er an die Versöhnung Deutschlands mit Polen erinnerte.

„Der polnische Premierminister Tadeusz Mazowiecki und Bundeskanzler Helmut Kohl besuchten nur drei Tage nach der Wiedervereinigung im polnischen Kreisau eine Messe und unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung. Das war die Grundlage für den neuen Charakter der deutsch-polnischen Beziehungen“, erklärte Treetzen. Er erinnerte am Sonnabend an Erzbischof Prof. Dr. Alfons Nossol, der sich schon immer bis heute enorm eingesetzt habe für eine gute deutsch-polnische Beziehung.

Die Charta, die am 5. August 1950 von 30 Vertretern der deutschen Heimatvertriebenen auf den Weg gebracht wurde, sei ihm nach in einer gewissen Weise das erste Ereignis für die Annäherung zwischen Polen und Deutschen gewesen, so Treetzen. Laut Bund der Heimatvertriebenen gilt die Charta als Grundgesetz der deutschen Heimatvertriebenen mit einem Aufruf zum Verzicht auf Rache, Vergeltung und Gewalt. Treetzen nutzte die Feierstunde, um der 3719 im Zweiten Weltkrieg gefallenen Bürger aus Neumünster sowie der 597 vermissten und gefallenen Neumünsteraner zu gedenken. Die Feierstunde beendeten die Anwesenden mit dem „Vater unser“ und einer Kranzniederlegung am Gedenkstein des BdV.

Willi Treetzen dankte der Stadt für die Errichtung der Gedenkstätte im Friedenshain – nun auch mit dem versetzten Gedenkstein der Deutschen aus Russland, der zuvor sehr weit abseits gestanden habe. „Leider wurden nicht alle unsere Wünsche erfüllt“, sagte Treetzen. Einer neuen Anordnung sowie einem Gedenkstein samt Gedenktafel für die gefallenen Neumünsteraner habe der Denkmalschutz der Stadt nicht zugestimmt.

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erstellt am 08.Aug.2017 | 13:18 Uhr

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