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Werner Momsen im Statt-Theater : Gedanken einer Kodderschnauze

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Klappmaulpuppe Werner Momsen philosophierte über das Leben.

Neumünster | Die Klappmaulpuppe Werner Momsen weiß, wo es langgeht. Das wollten am Freitagabend auch die 150 Besucher im ausverkauften Statt-Theater sehen und hören. Sie amüsierten sich dabei köstlich.

Werner Momsen ist anders. Seine Haut besteht aus Polypropylen, die Haare sind aus Polyacryl und innen drin befindet sich nichts als Schaumstoff. Werner Momsen hat kein leichtes Leben. Aber er nimmt es leicht mit seinem schwarzen Schattenmann Detlef Wutschik. Im neuen Programm „Mensch bleiben“ philosophiert und schimpft die Hamburger Kodderschnauze auf (fast) alles in der Welt: Adam und Eva, Lachyoga im Kurpark, das Wacken-Open-Air, Kreuzfahrten, den Aberwitz des Fernsehens, die Reize von C-Promis oder die Tücken von Biogemüse.

Wenn Momsen aufklärt, dass fünf Euro mehr für Hartz-IV-Empfänger fast eine Staatskrise auslösen, aber „Millionen investiert werden, damit ein Molch gefahrlos über die Straße kommt“, dann sind Lacher garantiert.

Vorbehaltlos ist seine Meinung zu Fernsehshows: „Wenn mir meine Frau die Tine Wittler auf den Hals hetzen würde, dann wäre das ein Scheidungstermin“, argumentierte der Hamburger.

Kreuzfahrten an sich und die Speisekarten auf den Schiffen unterzog er einer eingehenden Analyse: „Was denkt wohl ein Malermeister, wenn er gebeizten Lachs vorfindet?“ Auch über die „Essenz einer Bauernente“ ließ er sich köstlich aus. Besondere Lachsalven ernteten seine Videoeinspieler als Außenreporter des Norddeutschen Rundfunks. Wie sich eine Gruppe von erwachsenen Menschen in einem Kurbad bei „Lachyoga“ zum Affen machte, war super und stimmte erneut nachdenklich. „Ob Gott das mit dem Menschen so gewollt hat“, kommentierte er.

Auch von den Widrigkeiten des Lebens als Puppe erzählte er, unter anderem aus seinem Eheleben. Als er sagte: „Meine Frau stellt immer den Wecker eine Stunde früher als notwendig“, war im Publikum ein schwerer Seufzer zu hören. Den musste er nicht kommentieren.

Als echter Norddeutscher müsse man auch einmal im Süden gewesen sein, behauptete Momsen: „Da bin ich nach Göttingen gefahren. Es ist mir nicht leicht gefallen.“

Schade war, dass das Klappmaul erst am Schluss zugab, Mitglied beim Chor „Rauhe Kehle Altona“ zu sein und sang. Seine Lieder – ob platt oder nostalgisch – waren spitze. Insgesamt war es ein trocken witziges, charmantes, echt norddeutsches Programm, das die Zuschauer mit lang anhaltendem Beifall belohnten.
 

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