Gedenktag : Gedanken an die Flucht und Freude über die neue Heimat

Einen Kranz in den Stadtfarben legten BDV-Kreisvorsitzender Willi Treetzen (links) und Landesvorsitzender Fedor M. Mrozek am Gedenkstein im Friedenshain nieder.
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Einen Kranz in den Stadtfarben legten BDV-Kreisvorsitzender Willi Treetzen (links) und Landesvorsitzender Fedor M. Mrozek am Gedenkstein im Friedenshain nieder.

Tag der Charta der Heimatvertriebenen: BDV-Kreisverband legte Kranz am Gedenkstein im Friedenshain nieder

shz.de von
06. August 2016, 11:00 Uhr

Neumünster | Der alten Heimat gedenken, sich über die neue freuen, aber auch an die Menschen erinnern, die in den heutigen Zeiten auf der ganzen Welt ihre Heimat verlieren: Mitglieder des Bundes der Vertriebenen (BDV) begingen gestern mit einer Kranzniederlegung im Friedenshain den Tag der Charta der Heimatvertriebenen. Der BDV-Kreisvorsitzende Willi Treetzen erinnerte in seiner Ansprache an die Zeit der Flucht und der Jahre danach, in denen Einheimische und Flüchtlinge zusammenwuchsen – trotz Konflikten.

Die Charta sei ein Manifest, in dem die Neubürger den Verzicht auf Rache erklärten und den Aufbau Deutschlands und Europas mit vereinten Kräften als Ziel formulierten. Neumünster habe diese Charta umgesetzt und sich gekümmert – mit der Aufnahme von Massen an Flüchtlingen, zunächst in Nissenhütten („kann man im Tierpark sehen“), dann in günstig gebauten Wohnungen durch Nutzung von Barackenfundamenten, die so genannte „Muskelhypothek“ (Eigenhilfe) und die Nutzung von Förderprogrammen.

Das zunehmende Zugehörigkeitsgefühl der Vertriebenen zur Stadt und auch die ersten Hochzeiten von Einheimischen und Vertriebenen ließen damals die Differenzen schwinden, so Treetzen. „Wir fühlen uns wohl in dieser Stadt. Wir wünschen auch den heutigen Flüchtlingen, dass sie hier ein sicheres Zuhause und eine Heimat finden““, sagte er, bevor er und Fedor M. Mrozek, der Vorsitzende des BDV-Landesverbandes, einen Kranz in stiller Erinnerung an die Heimat und die aktuellen Flüchtlinge niederlegten.

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