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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 10:05 Uhr

Geborgenheit über den Tod hinaus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Für mich ist Neumünster die schönste Stadt Schleswig – Holsteins!“ Wenn ich das sage, schauen mich viele Menschen etwas erstaunt, zweifelnd und leicht lächelnd an. Unsere Stadt dennoch so zu beschreiben, habe ich mir angewöhnt. Ich lobe unseren Flecken und weise noch auf die vielen Menschen hin, die hier hart gearbeitet haben, ihre Spuren sind überall zu sehen. Sie trugen zweifelsohne zu der Schönheit der Stadt bei.

Vor einigen Tage wurde ich in meiner Ansicht auf eine ganz andere Art und Weise bestätigt. Dieter Schröder, der Leiter der kirchlichen Friedhöfe, machte mit mir einen Rundgang über den Südfriedhof und zeigte mir die vielen Ruhepunkte auf dem 52 Hektar großen Areal mit seinen 6000 Bäumen.

Verschiedene Gärten tragen dazu bei, dass die Erinnerungen an Menschen einen Ort finden, der sorgfältig entworfen und liebevoll gestaltet worden ist. Es wurden mir die Gärten gezeigt, die die Namen Rosendom, Ichthys-Garten, Lutherrose, Schmetterlingsgarten, Dorotheengarten und Himmelsgarten bekamen. Jeder dieser Gärten ist nach entsprechender Planung von den 35 Mitarbeitern des Friedhofes angelegt worden. Architektur, Pflanzen und Blumen, die begleitenden Gegenstände aus Stein, Holz und Metall zeugen von einem großen Sachverstand. Sie verdeutlichen immer wieder auf schöne Art und Weise die Ehre vor den Verstorbenen mit der göttlichen Zusage einer Geborgenheit über den Tod hinaus und bieten Trost den Menschen, die zurück geblieben sind. Wie sehr diese ungewöhnliche Friedhofskonzeption von den Menschen unserer Stadt angenommen und geschätzt wird, zeigt sich darin, dass es in allen Gärten kaum noch freie Plätze gibt.

Ein Spaziergang durch die Gärten führt immer wieder in den Gedanken ein, dass ein Friedhof überall deutlich machen kann, wie die Menschen mit ihren Verstorbenen umgehen, so sind sie ihnen auch im Leben wert gewesen. Es gäbe noch viele andere Dinge über diesen Spaziergang zu berichten, so auch über den sorgfältigen Umgang mit gestorbenen Kindern oder mit den Menschen, die anonym beerdigt worden sind. Ich habe mich in meinem Urteil bestätigt gefühlt, dass auch für diese Stadt Gottes Zusage gilt: „Herr, deine Gnade reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.“ (Psalm 108,4)

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erstellt am 25.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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