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Holsteinischer Courier

23. Oktober 2017 | 17:21 Uhr

Boostedt : Gasalarm: Geschäfte evakuiert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unbekannte wollten vermutlich den Geldautomaten an der Neumünsterstraße sprengen.

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 08:30 Uhr

Boostedt | Etliche Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Polizei standen gestern Vormittag an der Neumünsterstraße und auf dem Parkplatz des Boostedter Einkaufszentrums. Der Parkplatz war abgesperrt, einige Geschäfte waren evakuiert worden. In der Nacht hatten Unbekannte versucht, den Geldautomaten der Volksbank auf dem Gelände zu knacken. Vermutlich sollte der Automat mit Gas gesprengt werden.

Gestern gegen 9.30 Uhr hatte ein Mitarbeiter der Volksbank einen Defekt am Geldautomaten an der Neumünsterstraße festgestellt. Zuvor war bei der Bank eine Fehlermeldung aufgelaufen. Am Automaten war eine Bohrung zu erkennen. Wie die Polizei in Bad Segeberg erklärte, war offensichtlich versucht worden, den Automaten durch Einleiten eines explosiven Gasgemisches gewaltsam zu öffnen.

Da eine Explosionsgefahr nicht auszuschließen war, evakuierte die Polizei den Raum mit dem Geldautomaten und die umliegenden Geschäfte.

Um 10.23 Uhr wurden die Berufsfeuerwehr Neumünster sowie die Freiwilligen Feuerwehren Boostedt und Heidmühlen sowie die Führungsgruppe des 2. Zuges des Amtes Boostedt-Rickling mit insgesamt 30 Einsatzkräften zum Einkaufszentrum an der Neumünsterstraße gerufen. Mit im Einsatz waren wegen des möglichen Gasaustritts auch der ABC-Zug aus Neumünster sowie die Gefahrguterkundungseinheit aus Heidmühlen.

„Während des gut einstündigen Einsatzes war der Parkplatz im Umkreis von 50 Metern abgesperrt, und die in direkter Nachbarschaft liegende Apotheke sowie auch der Optiker und der Friseursalon wurden evakuiert. Ebenso wurde von den Wehren der Verkehr geregelt, um die Anfahrt der Einsatzfahrtzeuge zu gewährleisten. Letztlich haben wir bei den Messungen jedoch kein Gas festgestellt“, berichtete der Boostedter Wehrführer Thomas Storm auf Anfrage. „Das ist beileibe kein Jungenstreich. Wenn der Geldautomat mit Gas gesprengt werden sollte, bedeutet dies eine große Gefahr. Denn bei solchen Aktionen sind schon ganze Gebäude in die Luft geflogen“, erklärte der Heidmühlener Wehrführer Hans-Hinrich Pohlmann.

Für die Mitarbeiter der direkt neben der Volksbank liegenden Apotheke kam der eigentlich Schreck erst im Nachhinein. „Wir Mitarbeiter und die Kunden wurden von der Polizei aufgefordert, die Räume sofort zu verlassen. Das war zwar ein komisches Gefühl, doch ich fand es nicht dramatisch. Aber die Bank liegt ja nur ein paar Meter weg. Diese Gefahr ist mir erst später bewusst geworden. Und das war dann schon ein mulmiges Gefühl“, berichtete die Pharmazeutisch-Technische Assistentin Christin Kullick.

Gegen 11.30 Uhr gab die Feuerwehr die Entwarnung, dass keine Explosionsgefahr bestehe. Die Absperrung konnte aufgelöst werden. Noch gestern war das Landeskriminalamt Kiel in Boostedt, das jetzt ermittelt. Vermutlich waren die Diebe schon in der Nacht am Werk gewesen und gestört worden, lautete die erste Einschätzung der Kriminalbeamten.

Bereits im November vergangenen Jahres hatten Diebe erfolgreich den Geldautomaten geplündert. Damals war eine verschlossene Tür zu einem angrenzenden Raum aufgehebelt worden, um an die Rückseite des Geldautomaten zu gelangen. Die Täter erbeuteten mindestens 100 000 Euro. Dieses Mal wurde kein Geld entwendet. Es entstand Sachschaden. Wie Anna Wiatrok von der Volksbank erklärte, kann der Geldautomat an der Neumünsterstraße in Boostedt zurzeit nicht genutzt werden und muss erst wieder in Schuss gebracht werden.

Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen, Tel. 0 43 93/7 10 oder 0 45 51/88 40.

 

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