Neumünster : Gartenstadt will Schilderwald lichten

Rendsburger Straße: Drei Querungshilfen auf 150 Metern – zuviel, sagt der Stadtteilbeirat.
Foto:
1 von 2
Rendsburger Straße: Drei Querungshilfen auf 150 Metern – zuviel, sagt der Stadtteilbeirat.

Der Stadtteilbeirat Gartenstadt kritisiert die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und nimmt Verkehrshindernisse aufs Korn.

von
26. Januar 2018, 12:00 Uhr

Neumünster | Der Stadtteilbeirat Gartenstadt ist unzufrieden. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung sei mindestens ausbaufähig, Straßen würden nur notdürftig saniert und umstrittene Verkehrshindernisse geschaffen, die keinerlei Zweck erfüllten.

Vorsteher Martin Kriese (CDU) machte deutlich, dass ihm das Gebaren der Verwaltung gegen den Strich gehe, und erntete bei den rund 40 Besuchern aus der Gartenstadt regen Zuspruch. Diverse Anfragen und Anträge habe der Beirat in der Vergangenheit an die Stadt geschickt, ohne Rückmeldung zu erhalten. Auch Fragen von Bürgern, die ans Protokoll der Sitzungen angefügt würden, blieben in der Regel durch die Verwaltung unbeantwortet, monierte der Stadtteilvorsteher. „Das ist für uns und die Leute, die hierher kommen, unbefriedigend. Und das will ich nicht weiter akzeptieren“, betonte Kriese.

Mit Verkehrsinseln stehen die Gartenstädter auf Kriegsfuß. Insbesondere eine Ansammlung mobiler Hindernisse, die seit geraumer Zeit an der Kreuzung Am Neuen Kamp/Nachtredder/Rintelenstraße stehen, sorgen für Unmut. Eigentlich will sie niemand dort haben, nur der Verkehrsplaner der Stadt beharre darauf, erläuterte Kriese.

Die ursprüngliche Idee war, Kinder beim Überqueren der Straße besser zu schützen. Die Initiative war seinerzeit von der nahen Grundschule ausgegangen. Nach Ansicht vieler Bürger und der Beiratsmehrheit sei die Umsetzung jedoch gründlich misslungen. Die Verengung der Fahrbahn provoziere gefährliche Situationen im Straßenverkehr, die Grundschulkinder seien zudem hinter den blauen Schildern für Autofahrer kaum zu erkennen. Inzwischen sehe man das auch an der Gartenstadtschule so, sagte Kriese. Deshalb bittet der Beirat die Stadt nun darum, die Hindernisse wieder zu entfernen.

Nicht einmal die Polizei kann der Kreuzungsgestaltung, die zuletzt im November bei einer Ortsbegehung auch von der Verkehrsplanung begutachtet wurde, etwas Positives abgewinnen. Polizist Ingo Köhler: „Wir würden Kindern sagen: Geht dort nicht über die Straße!“

Ein wenig gnädiger zeigte sich der Stadtteilbeirat mit den drei Verkehrsinseln auf der Rendsburger Straße, die in der Vergangenheit für Zwist gesorgt hatten. „Wir sehen keine Menschen, die dort hinübergehen“, sagte Kriese einleitend und schlug erneut vor, ein bis zwei der Hindernisse in der Straßenmitte abzubauen. Letztlich einigte sich die Mehrheit jedoch darauf, die Verwaltung prüfen zu lassen, wie intensiv die drei Querungshilfen genutzt werden, um dann einen Rückbau zu prüfen.

Berücksichtigt werden müssten dabei die geplanten Veränderungen des Umfeldes, also die Ansiedlung eines Baumarktes an der Rendsburger Straße sowie die Schaffung von Wohnbebauung auf dem ehemaligen Stock-Guss-Gelände. Darauf hatte zuvor Kurt Feldmann-Jäger (SPD) hingewiesen. Er betonte zudem, dass es durch die drei Verkehrsinseln nicht zu Verkehrsbehinderungen komme. Und selbst, wenn wenige Menschen die Querung nutzten, sagte er, „ist mir doch jeder, der da heil rüberkommt, wichtig“.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen