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Kita-„Hausarrest“ in Neumünster : Gartenstadt-Krähe wurde geschnappt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Sonntag tappte der Vogel in die Falle. Das Tier wurde in den Wildpark Eekholt gebracht.

von
erstellt am 07.Jun.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | In der Kita Schubertstraße ist die Erleichterung groß. Der von der Stadt verhängte „Hausarrest“ wurde aufgehoben, und die Kinder dürfen ab sofort wieder draußen spielen. Denn am Sonntagnachmittag wurde in der Gartenstadt die Krähe gefangen, die vor drei Wochen ein fünfjähriges Mädchen in der Kita attackiert und am Kopf verletzt haben soll.

Letzte Zweifel bleiben allerdings. „Ich kann bestätigen, dass am Sonntag eine Krähe in der Gartenstadt gefangen wurde. Ob es sich um die Täterin handelt, ist allerdings unklar“, sagte Stadtsprecher Stephan Beitz auf Courier-Anfrage.

Nachdem die Krähe täglich in der Gartenstadt gesehen worden war, hatte die Stadt alles versucht, um das Tier einzufangen. Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz, konnten den Vogel aber nicht schnappen. Schließlich wurde im Garten von Tekin Sen, in dem sich die Krähe außerordentlich heimisch fühlte, eine Lebendfalle aufgestellt. Doch daraufhin ließ sich das Tier tagelang nicht mehr blicken. „Der Vogel ist ja nicht doof“, sagte Tekin Sen schmunzelnd.

Der 46-Jährige, dem die zahme Krähe ans Herz gewachsen ist, fing das Tier kurzerhand selber ein. Am Sonntagnachmittag wurde der Vogel von Polizeihauptmeister Wolfhard Pommerening abgeholt. „In die Lebendfalle wäre die Krähe vermutlich nie reingegangen“, sagte der Beamte. Der Vogel wurde von den beiden Männern umgebettet und noch am selben Tag von Wolfhard Pommerening in den Wildpark Eekholt gebracht. „Dem Tier geht es gut, es hat alles prima überstanden und soll meines Wissens nach dauerhaft in Eekholt bleiben“, sagte er.

Tekin Sen ist ebenfalls froh, dass es seinem tierischen Dauergast gut geht: „Er fehlt mir schon irgendwie. Denn er hat schließlich auch die Freiheit und das Leben verdient. Für mich war aber wichtig, dass dem Tier nichts passiert. Man hat mir versprochen, dass der Vogel in guten Händen ist.“

In der Kita Schuberstraße wurden die Auflagen nun gelockert. Die Kinder dürfen in Begleitung Erwachsener wieder draußen spielen, müssen aber als Schutz vor möglichen weiteren Vogel-Attacken ein Cap tragen. Die Mützen wurden von der Stadt für alle Kinder angeschafft. Außerdem dürfen keine Lebensmittel mit rausgenommen werden. „Diese Regelung wollen wir für die nächsten Tage aufrecht erhalten“, sagte Stephan Beitz. Sollte sich die Krähe nicht mehr blicken lassen, stehen die Chancen gut, dass der richtige Übeltäter erwischt wurde.

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