Fledermausführung : Gadelander Nachtleben der besonderen Art

Erwartungsvoller Blick in den Gadelander Nachthimmel: Die Expertin Katrin Reents (Mitte) hält inmitten der Gruppe einen Fledermaus-Detektor in der Hand.
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Erwartungsvoller Blick in den Gadelander Nachthimmel: Die Expertin Katrin Reents (Mitte) hält inmitten der Gruppe einen Fledermaus-Detektor in der Hand.

Der Naturschutzbund hatte zu einer Führung im Revier der jagenden Fledermäuse eingeladen.

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14. Juli 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | Rund 40 Besucher machten sich am späten Abend in das Gadelander Nachtleben der besonderen Art auf: Unter der Leitung von Katrin Reents beobachteten sie entlang der Stör jagende Fledermäuse. „Bei Einbruch der Dämmerung werden die einzigen fliegenden Säugetiere munter“, erzählte Katrin Reents, die der Naturschutzbund (Nabu) als Referentin eingeladen hatte. Als langjährige Mitarbeiterin des Fledermauszentrums Noctalis in Bad Segeberg ist sie prädestiniert für solche Führungen.

Schon am Treffpunkt an der Erlöserkirche in Gadeland flatterten die ersten Zwergfledermäuse im Abendhimmel über den Köpfen der Teilnehmer. „Fledermäuse tun Menschen nichts. Sie bleiben auch nicht im Haar hängen, das sind alles Ammenmärchen“, betonte die Fachfrau gleich zu Beginn. Mit Hilfe sogenannter Fledermaus-Detektoren wurden die Tiere hörbar gemacht. Ihre Ultraschallrufe bewegen sich in Frequenzbereichen von 18 bis 60 Kilohertz. Die Detektoren fangen die Impulse auf und geben sie als schnelles Klopfen wieder. In Deutschland leben 23 verschiedene Arten. 15 davon sind auch in Schleswig-Holstein beheimatet, davon wiederum sind sechs Arten in Neumünster zu finden. „Neumünster bietet den Fledermäusen vom Siedlungsbereich über Dosenmoor und Einfelder See bis in die Innenstadt mit seinem Teich ein abwechslungsreiches Umfeld, sodass hier durchaus auch seltene Arten wie Bechstein- oder Langohr-Fledermäuse zu finden sind“, erzählte Dr. Björn Rickert vom Nabu.

Am Sonnabend zeigten sich neben den Zwergfledermäusen auch Abendsegler mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 Zentimetern und Wasserfledermäuse. Die fliegen auf Nahrungssuche ganz dicht über der Wasseroberflä-che der Stör. „Die Tiere leben in Baumhöhlen, Mauerfugen und Dachstühlen und ernähren sich ausschließlich von Mücken, Käfern und Spinnentieren“, erzählte Katrin Reents den Zuhörern. Bis zu 1000 Mücken verspeist eine kleine Zwergfledermaus in einer Nacht.

Die nächste Aktion mit Fledermäusen im Fokus ist am 29. August. Dann laden Nabu, Noctalis und das Infozentrum Dosenmoor von 15 bis 22 Uhr zur 19. Europäischen Nacht der Fledermäuse ins Infozentrum Dosenmoor ein.

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