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Busse sorgen für Diskussionen : Gadelander fürchten um ihre Straßen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit dem neuen Busfahrplan ist in Gadeland die mittlerweile zehn Jahre alte Diskussion um die umstrittene Linien 6 und 66 erneut entbrannt.

Neumünster | Mit dem neuen Busfahrplan ist in Gadeland die mittlerweile zehn Jahre alte Diskussion um die umstrittene Linien 6 und 66 erneut entbrannt. Seit einer Routenänderung, die die Linien seit einem knappen Jahrzehnt von der Kummerfelder Straße über die Straßen Würen, Op de Wisch und den Husberger Weg durch ein Wohngebiet führt, ist diese Schleife einigen Anwohnern ein Dorn im Auge. Lediglich die Tatsache, dass die Zahl der Fahrten zwischenzeitlich reduziert worden war, hatte die Gemüter beruhigt. Doch mit dem neuen Fahrplan ist die Anzahl der Busse wieder angestiegen. Außerdem bemängeln Anwohner, dass oft zwei Busse nahezu zeitgleich durch die engen Wohnstraßen fahren.

„Mit dem neuen Fahrplan wird zum Beispiel die Haltestelle „Op de Wisch“ zu Stoßzeiten im Zehn-Minuten-Takt angefahren. Bisher waren es alle 20 beziehungsweise 25 Minuten“, sagt Friedrich-Wilhelm Rohlf (68). Er wohnt an der Kummerfelder Straße. Für ihn bedeutet das, dass jetzt deutlich mehr Busse an der Haltestelle Würen vor seinem Haus halten und wenige Meter weiter erneut stoppen, um nach links ins Wohngebiet abzubiegen. „Das ist ein ständiges Halten und Anfahren“, so Rohlf. „Statt wie nach dem alten Fahrplan 28 Busse täglich, werden es nun 54 sein“, hat er ausgerechnet. „Das ist nicht nur laut, sondern auch gefährlich“, meint Rohlf. Oft muss der Bus in den engeren Straßen über den Bürgersteig oder über Auffahrten ausweichen, wenn Fahrzeuge am Straßenrand parken.

Gert Volkmann (60) aus dem Würen macht sich wie einige Nachbarn Gedanken um Straßenschäden im Würen, in der Straße Op de Wisch und im Husberger Weg. Seit Jahren beobachtet er Risse, Löcher und Absackungen. „Diese Wohnstraßen sind für die schweren Busse nicht ausgelegt“, meint er. Ebenso wie einige Nachbarn befürchtet er, auf der Finanzierung der Reparatur sitzen zu bleiben.

Was Friedrich-Wilhelm Rohlf und Gert Volkmann zurzeit besonders erbost, ist die Tatsache, dass in Zukunft zu bestimmten Zeiten gleich zwei Busse in die dieselbe Richtung durchs Wohngebiet fahren werden, an den gleichen Haltestellen halten – und zwar im Minutentakt. Die Wege trennen sich erst später: Dann fährt ein Bus über die Segeberger Straße zum Bahnhof, der andere Richtung Kampstraße. „Das ist unübersichtlich für die Fahrgäste“, sind sich die beiden Gadelander einige.

Gegen den Busverkehr als solchen haben die frustrierten Anwohner nach eigenem Bekunden nichts einzuwenden. „Die Anbindung ist für alle Leute ohne Auto wichtig“, betonen sie. Allerdings zweifeln sie an der Auslastung der Linie: „Da sitzen oft nur zwei, drei Leute drin. Die meisten haben hier ein Auto. “

Die sieht Nikolaus Schmidt, Sprecher der Stadtwerke (SWN) als Betreiber der Linien, anders. „Die Haltestelle ‚Op de Wisch‘ ist eine der am stärksten frequentierten“, sagt er. Dem habe man ebenso Rechnung tragen wollen wie der Tatsache, dass es in Gadeland kaum Einkaufsmöglichkeiten gibt. Deshalb fahren die Busse jetzt öfter Richtung Störpark. Gerade älteren Gadelandern wolle man mit Haltestellen im Wohngebiet lange Wege ersparen. Außerdem seien die Busse in Zukunft besser auf den Zugverkehr abgestimmt, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Dass die Busse zeitnah hintereinander durch das Wohngebiet fahren, sei nicht zu vermeiden. „Das ist Begegnungsverkehr, nur können sie in der Schleife durchs Wohngebiet nur in eine Richtung fahren“, erläutert Schmidt. Erst später trennen sich die Wege. Die Straßenschäden hätten abgesehen von den Witterungsschäden nicht zugenommen.

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erstellt am 08.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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