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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 04:08 Uhr

Gadelander Chancenwucher wird bestraft

vom

Fußball-Verbandsliga Süd-West: MTSV Olympia gewinnt das Derby 1:0 / Nortorf zerlegt Henstedt-Ulzburg mit 4:1 / Einfeld verschläft beim 3:5 die erste Halbzeit

neumünster | Der 2. Spieltag in der Fußball-Verbandsliga Süd-West hatte am Mittwochabend aus Neumünsteraner Sicht zwei faustdicke Überraschungen parat. So gewann der MTSV Olympia das Stadtderby beim TSV Gadeland mit 1:0. Beim Aufsteiger durfte man sich allerdings nur wenige Stunden über den Derbysieg freuen, denn Trainer Holger Mischke erlitt einen schweren Herzinfarkt, kurz nachdem er zu Hause angekommen war. "Mischke liegt auf der Intensivstation. Wir müssen jetzt erst einmal durchatmen und abwarten, wie es weitergeht. Jedenfalls sind wir total geschockt", zeigte sich Olympias spielender Teammanager "Hansi" Mergel bestürzt. Überraschung Nummer zwei gelang dem TuS Nortorf, der den Titelanwärter SV Henstedt-Ulzburg mit 4:1 in seine Einzelteile zerlegte. Derweil trennten sich Wankendorf und Kaltenkirchen 1:1-Unentschieden. Ernsthafte Sorgen muss man sich schon nach dem ersten Saisonauftritt um den TS Einfeld machen, der beim Liganeuling Kiebitzreihe mit 3:5 verlor. Tabellenführer ist vorerst der TSV Lägerdorf, der nach jüngsten Informationen von einem Punktabzug wegen fehlender Schiedsrichter verschont bleibt und nach zwei Siegen von der Spitze grüßt.

TSV Gadeland -

MTSV Olympia NMS

0:1 (0:1)"Unser Torwart Helge Wendt war heute unser bester Mann. Er hat die Truppe mitgerissen und uns zu einem unfassbaren Fight getragen", war Olympias Trainer Holger Mischke noch Minuten nach dem Abpfiff euphorisch ob der unfassbaren Leistung seines 48-jährigen (!) Goalies. Zu Recht, denn Wendt trieb die "Kleeblätter" an den Rande der Blutarmut, angefangen mit einem gehaltenen Strafstoß von Blerim Bara in der 14. Minute. Idris Alioua war zuvor gefoult worden. Der TSV Gadeland ließ den "59ern" gut 20 Minuten keine Zeit zum Durchatmen und spielte die Gäste förmlich an die Wand. Schon in der 2. Minute köpfte Bara knapp über das Tor und in der 18. Minute verpasste er ein Zuspiel der Marke "halb Schuss - halb Flanke" von Christoph Maliszewski nur denkbar knapp. Jan Henrik Grümmer köpfte in der 20. Minute nach einem Alioua-Eckball ebenfalls über das Tor. Und so gingen die Gäste mit ihrer ersten und einzigen Aktion vor der Pause in Führung. Murat Ocaks Schuss nach einem Fehler von Philip Hauberg im Aufbauspiel klatschte an den Pfosten und Marc Barck erzielte im Nachsetzen seinen zweiten Saisontreffer - das 0:1 (25.). Geschockt von diesem Gegentor verlor der TSV die Ordnung und bis zur 60. Minute ereignete sich nicht wirklich viel. Dann aber drückte die Heimelf wieder 20 Minuten auf das Tempo, doch Bara (62., 79.), Maliszweski (68.) und Alioua (70.) scheiterten entweder an Wendt oder an ihrem eigenen Unvermögen. So waren es die Gäste, die in den Schlussminuten sogar auf 2:0 hätten erhöhen können. Einen Schuss von Ocak parierte Dennis Holstein (80.), ehe abermals Ocak nach der daraus resultierenden Ecke mit dem Kopf nur die Unterkante der Latte traf (81.). Auch Barck hatte im Eins-gegen-Eins das Nachsehen gegen Gadelands Torwart (84.). Auf der Gegenseite besaß Arnold Rychlowsky schließlich in letzter Minute die Chance auf den Ausgleich für seine Farben. Sein Volleyschuss strich jedoch knapp über den Querbalken. "Wer sich so viele Möglichkeiten herausspielt, muss einfach ein Tor schießen. Dann ist nichts los und wir führen schnell 3:0. Stattdessen verlieren wir ein Spiel, das wir niemals verlieren dürfen", haderte Gadelands Trainer Marco Frauenstein mit dem Chancenwucher seiner hochbegabten Angriffsreihe.

TSV Gadeland: Holstein - Tomaschewski, Hauberg (64. Lututala), Hamann, Christophersen - Rych-lowski, Grümmer (64. Siegel), Maliszewski, Dzierzawa, I. Alioua - Bara.

MTSV Olympia: Wendt - Jablonski, Mester, S. Reichow, Granzow - Jace, Khomkhonsu, Weidemann (90. Idrizi), Hanka (62. Muhs), Ocak - Barck (87. Kost).

SR: Göttsch (Hartenholm). - Zuschauer: 100.

Tore: 0:1 Barck (25.).

Besondere Vorkommnisse: Wendt hält Foulelfmeter von Bara (14.).

Nächster Gadeland-Gegner: TS Einfeld (A/Sonnabend, 15 Uhr).

Nächster Olympia-Gegner: TuS Krempe (H/Sonnabend, 15 Uhr).

TSV Wankendorf -

Kaltenkirchen 1:1 (1:0) Auf den ersten Blick betrachtet scheint ein 1:1 gegen die Kaltenkirchener TS ein Ergebnis zu sein, mit dem man rund um den Wankendorfer Jahnplatz leben könnte. Schließlich hatte die KT am 1. Spieltag den Titelkandidaten FC Itzehoe mit 5:2 nach Hause geschickt. Nicht so aber die Stimmung bei Wankendorfs Trainer Torsten Block, der seiner Elf einen schwachen Auftritt attestierte: "Das war sicher die schlechteste Partie seit meinem Amtsantritt. Keine Laufbereitschaft, kein Spielaufbau, zu viele Abspielfehler." Dabei spielte die relativ frühe Führung durch Philipp Dittkuhn, der sich nach einem Zuspiel von Pascal Schnoor gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und aus halblinker Position einschoss, dem TSV in die Karten (14.). Doch Sicherheit sah weiterhin anders aus, sodass die Gäste mit den lang vorgetragenen Bällen des TSV wenig Mühe hatten. Dies änderte sich auch nach der Pause nicht. Im Gegenteil, die Leistung der Gastgeber fiel weiter ab und in der 69. Minute düpierte Kaltenkirchens Jury Geibel-Hoffmann Wankendorfs Torwart Florian Hamann und lupfte die Kugel zum Ausgleich ins Netz. Erst die Schlussphase gehörte wieder dem TSV Wankendorf, doch passend zum tristen Abend schoss Olaf Weick in der 83. Minute einen Strafstoß, verwirkt an Dittkuhn, neben das Tor. Zuvor hatten bereits Dominik Schiffer, zwei Mal Sebastian Latendorf und Mathias Gerndt per Kopf die erneute Führung für die Gelb-Blauen verpasst. "Mit Bastian Heinrich und Alexander Usbek haben uns Spieler gefehlt, die Partien entscheiden können. Das haben wir heute spüren müssen", wusste Block, dass in seiner Mannschaft einige Eckpfeiler nur schwer zu ersetzen sind.

TSV Wankendorf: Hamann - Jantzen, Bobzien, Hamann, Weick - Gerndt, Müller, D. Schiffer (73. Latendorf), A. Duggen - Schnoor (83. D. Hildebrandt), Dittkuhn.

Kaltenkirchener TS: Jeschke - Bröcker, Niemeyer, Jensen (87. Kruse), Widmayer, Ilenser, Böhm, Schulz, Geibel-Hoffmann, Papadopoulos, Issahk.

SR: Wichmann (Osterrönfeld).

Tore: 1:0 Dittkuhn (14.), 1:1 Geibel-Hoffmann (69.).

Nächster Wankendorf-Gegner: VfR Horst (A/Sonnabend, 16 Uhr).

TuS Nortorf -

SV Henstedt-Ulzburg

4:1 (2:0)Dank einer taktischen Meisterleistung gewann der TuS Nortorf ein "geiles Spiel" (O-Ton Trainer Thomas Arndt) gegen den turmhohen Favoriten SV Henstedt-Ulzburg mit 4:1. Die Mittelholsteiner ließen den spielstarken Gästen von Beginn an keinen Millimeter Platz, sobald diese die Mittellinie überschritten. Tief stehend lauerte Blau-Weiß-Rot auf Konter und nutzte jeden Ballgewinn mit einem blitzschnellen Umschaltspiel eiskalt aus. In der 2. Minute verfehlte Florian Viergutz das Tor noch knapp. Finn-Lasse Döring machte es in der 10. Minute besser und erzielte mit einem sehenswerten Freistoß aus zentraler Position das 1:0 für den TuS. Den Gästen merkte man fortan auch verbal die Unzufriedenheit mit dem eigenen Spiel an und Blau-Weiß-Rot verhielt sich in jeder Hinsicht taktisch clever. Belohnt wurde diese disziplinierte Akribie mit dem 2:0 durch Neuzugang Bennit Struve (35.). Die Kabinenpredigt von HU-Trainer Jens Martens war im gesamten Amt-Nortorfer-Land hörbar, doch nutzen sollte es nichts. Viergutz gelang nach einem Freistoß von Simon Kortum per Kopf das 3:0 (52.) und auch der Anschlusstreffer durch Timo Mäkelmann per Foulelfmeter (59.), Döring hatte Halle gefällt, brachte die ohne zehn Spieler angetretenen Gastgeber nicht aus dem Konzept. Vielmehr bewies Arndt mit der Einwechslung von Daniel Pisani ein goldenes Händchen, denn der Joker erzielte mit seiner ersten Ballberührung das 4:1 (68.). Gegen die demoralisierten Gäste überstand der TuS die Schlussphase sogar in Unterzahl, denn als Stefan Schlotfeldt angeschlagen den Platz verlassen musste (72.), hatte Arndt bereits drei Mal gewechselt. "Das war eine sensationelle Leistung meiner Mannschaft", lobte der Übungsleiter seinen arg dezimierten Kader. Selbst Alexander Klucke, der seine Karriere im Sommer offiziell beendet hatte, nahm wieder auf der Reservebank Platz. Er wird sich über dieses passive Comeback gefreut haben.

TuS Nortorf: Fischer - Kortum, Doege, Döring, S. Schlotfeldt - Butenschön (74. O. Redmann), Hülsen, Jenert (67. Pisani), Reuter, Struve (85. Lampe) - Viergutz.

SV Henstedt-Ulzburg: Zick - Hermberg (46. Schauer), Niedermeyer (77. Meyerfeldt), Brackelmann, Halle, Kabashi (46. Pajewski), Grossmann, Tiedemann, Nzuakue, Mäkelmann, Gretzov.

SR: Sievers (Russee). - Zuschauer: 90.

Tore: 1:0 Döring (10.), 2:0 Struve (35.), 3:0 Viergutz (52.), 3:1 Mäkelmann (59./Foulelfmeter), 4:1 Pisani (68.).

Nächster Nortorf-Gegner: Kaltenkirchener TS (A/Sonnabend, 16 Uhr).

RW Kiebitzreihe -

TS Einfeld 5:3 (3:0)Eine völlig verschlafene erste Halbzeit, eine überflüssige Ampelkarte gegen Torwart Marco Stojanovic und eine Verletzung von Björn-Ole Peters, die wegen Personalmangels nicht mehr kompensiert werden konnte - dies waren die wesentlichen drei Gründe für die Niederlage des TS Einfeld, die durchaus vermeidbar gewesen wäre. Schließlich bewiesen die "Männer vom See" in der zweiten Halbzeit, dass sie die Gastgeber durch Nadelstiche in die Schnittstelle der anfälligen Viererkette durchaus hätten ärgern können, doch die Anschlusstore durch Dennis Hinz (58.) und Muhammed Yildirim per Foulelfmeter (61.) langten nicht, um den 0:4-Rückstand entscheidend aufzuholen. Kapitale Abwehrfehler, verursacht durch mangelnde Bewegung ohne Ball und defizitäres Zweikampfverhalten, hatten den TSE bis dahin entscheidend ins Hintertreffen gebracht. Überdies musste Torwart Stojanovic beim Stande von 0:3 mit besagter Gelb-Roter Karte wegen Meckerns kurz vor der Pause vom Feld (41.). Für ihn rückte mit Rene Wilhelmsen zwar ein weiterer etatmäßiger Torwart zwischen die Pfosten, doch Wilhelmsen war aufgrund zweier kurzfristiger Absagen eigentlich als Feldspieler vorgesehen. Als solcher wurde er in der 70. Minute schmerzlich vermisst, denn als Peters mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus gebracht werden musste, war mit Denis Joers der zweite verbliebene Reservist bereits im Spiel. In doppelter Unterzahl musste sich Einfeld geschlagen geben und kassierte kurz darauf das 2:5 (78.). Der Treffer von Mirko Milbradt zum 3:5 (82.) hatte allenfalls moralischen Wert. "Die zweite Halbzeit hat gezeigt, was bei uns möglich sein kann. Daran müssen wir anknüpfen", versuchte Einfelds Trainer Frank Willers die positiven Erkenntnisse mit nach Hause zu nehmen.RW Kiebitzreihe: Niebuhr - Köhncke (67. Jermies), Horn, Graf, Blume (58. Turkat), Clasen, Griehl (46. Duwensee), Hansen, Strauer, Schröder, Hatje-Fötsch.

TS Einfeld: Stojanovic - D. Tegge, K. Tegge, Reinecke (41. Wilhelmsen), Hnida - Yildirim, Hinz, M. Milbradt, Peters, Mömmert - Hoeck (63. Joers).

SR: Zamek (Ahrensburg). - Zuschauer: 80.

Tore: 1:0 Schröder (8.), 2:0 Blume (26.), 3:0 Clasen (40.), 4:0 Hansen (56.), 4:1 Hinz (58.), 4:2 Yildirim (61./Foulelfmeter), 5:2 Duwensee (78.), 5:3 M. Milbradt (82.).

Gelb-Rote Karte: Stojanovic (41./Reklamieren).

Nächster Einfeld-Gegner: TSV Gadeland (H/Sonnabend, 15 Uhr).

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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