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Stadtteilbeirat : Gadeland: Ortskern mit zwei Spuren?

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Stadtteilbeirat beschloss einen Prüfauftrag an die Verwaltung zu stellen. Der Verkehr soll beruhigt werden. Vier Spuren werden nicht mehr gebraucht.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Neumünster | Links schauen, rechts schauen, nochmal links – und dann flott über die Straße? So einfach war das am Donnerstagabend nicht an der Segeberger Straße: Bei einem Ortstermin probierten die Mitglieder des Stadtteilbeirats im Selbstversuch, die stark befahrene vierspurige Fahrbahn in Höhe des Eisladens zu queren. „Wer da rübergeht, muss um sein Leben fürchten“, sagte Heinz-Hermann Ingwersen. Sein Antrag: Drei Fußgängerüberquerungen sollen eingerichtet werden, der Verkehr soll damit beruhigt und durch damit verbundene Baumaßnahmen nur noch zweispurig durch den Ortskern geführt werden. Die Verwaltung wird nach einem einstimmigen Beschluss des Beirats aufgefordert, Möglichkeiten zu prüfen.

Hinter der Einmündung der Heinz-Köster-Straße, vor der Bäckerei Kohls und vor dem Parkplatz des Getränkemarkts waren die Wunschstandorte Ingwersens. Durch in die rechten Spuren hineinragende „Nasen“ solle die Fahrbahn verengt werden und dann Überquerungen über die zwei Fahrbahnen eingerichtet werden – entweder als Zebrastreifen, durch Fußgängerampeln oder Aufpflasterungen, erläuterte Ingwersen. Die Busbuchten sollten dabei zurückgebaut und in die rechten Spuren verlagert werden, wie es inzwischen üblich sei, so Ingwersen. Seine Begründung: Der Ortskern Gadelands habe sich ausgedehnt, mit der Fertigstellung der Südumgehung habe sich das Verkehrsaufkommen deutlich verringert, so dass eine vierspurige Nutzung nicht mehr erforderlich sei. „Vierspurig im Ortskern, wir sind doch nicht in New York“, kommentierte ein Beiratsmitglied launig. Seniorenbeauftragter Heinz Fieroh merkte an, dass Zebrastreifen kaum noch gebaut würden; er plädiere für eine Ampel.

Aber gleich drei Querungen auf rund 500 Metern? Das seien zu viele, war der Tenor. „Der Beirat befürwortet eine Verkehrsberuhigung, aber wir sollten das in einem realistischen Rahmen beantragen“, so Alexandra Mallon. De facto ist die Segeberger Straße allerdings schon zweispurig, denn auf beiden Seiten parken Autos und Lkw. Eine Querung bei der Heinz-Köster-Straße sei realistisch, so Alexandra Mallon. Doch um sich alle Optionen offen zu halten, einigte man sich – einstimmig – darauf, der Verwaltung einen Prüfauftrag für alle drei Optionen zu erteilen inklusive einer Linksabbiegerspur stadtauswärts in die Köster-Straße.

Kurz aufgerollt wurde in der Einwohnerfragestunde ein Dauerbrenner – der Verkehrszustand rund um die Schule an der Norderstraße. „Das ist eine Katastrophe, Chaos auf beiden Seiten, es wird wild geparkt“, regte sich ein Zuhörer auf. Verursacht werde das aber vor allem durch Mama-Taxis, gab Alexandra Mallon zu bedenken: „Die schlimmsten Verkehrsteilnehmer sind die Eltern.“ Die Polizei ist präsent, aber nicht permanent, machte Thomas Buck, Polizei-Stationsleiter, deutlich: „Es ist nicht unsere Aufgabe, dauernd dort zu stehen und sie mit der Peitsche wegzuknallen.“ Er werde auf den nächsten Elternabenden das Thema ansprechen, so Buck.

Eine positive Nachricht verkündete Beiratsvorsitzender Dr. Volker Matthée: Die Stadt habe inzwischen einen Antrag an das Landesamt für Straßenbau in puncto Kreisel Hartwigswalder Straße/ Boostedter Straße gestellt. Damit seien die Fördermittel fristgerecht beantragt.

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