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Fundbüro am Grossflecken : Fundsachen werden online versteigert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die erste Auktionsrunde des Fundbüros am Großflecken stieß auf positive Resonanz. Die Aktion soll künftig ein- bis zweimal pro Jahr stattfinden.

Neumünster | Rund 500 Gegenstände landen im Laufe eines Jahres im Fundbüro am Großflecken – doch viele werden nie wieder abgeholt. Damit die Mitarbeiter nicht darauf sitzen bleiben, gehen sie nun neue Wege und versteigern die Artikel im Internet.

Auf der Seite www.loprio.de stellen Petra Will-Filipovic und ihre Kolleginnen Martina Löwe sowie Marianne Haupt die Artikel ein, die im Erfolgsfall direkt vor Ort abgeholt werden können oder auch deutschlandweit verschickt werden. „Die erste Versteigerungsrunde lief sehr positiv“, berichtet Petra Will-Filipovic. Von 20 angebotenen Gegenständen oder Artikel-Zusammenstellungen hätten 19 einen neuen Besitzer gefunden – unter anderem in Düsseldorf und Frankfurt am Main. Das eingenommene Geld fließt in die Stadtkasse. Weegn der positiven Resonanz soll die Online-Versteigerung keine einmalige Aktion gewesen sein. Geplant ist, ein- bis zweimal pro Jahr Auktionen anzubieten – „immer dann, wenn wir genügend Fundstücke für eine Versteigerung zusammen haben“, sagt Martina Löwe.

Infrage kommt dafür allerdings wirklich nur ein Teil der abgegebenen Dinge. Schlüssel gehören beispielsweise nicht dazu. Davon sind inzwischen so viele vorhanden, dass die Mitarbeiterinnen einen Handel eröffnen könnten. Rund 200 Exemplare hängen derzeit an zwei großen Holzbrettern – doch abgeholt werden nur die wenigsten. „Das ist wirklich ein absolut komisches Phänomen. Fast täglich rufen hier Menschen an, die ihre Schlüssel verloren haben, doch die sind meistens nicht dabei. Stattdessen hängen die Bretter voll mit Exemplaren, nach denen niemand fragt“, sagt Petra Will-Filipovic verwundert.

Dokumentiert werden die abgegebenen Schlüssel nicht, dafür sind es einfach zu viele. Alle anderen Fundstücke werden von den Mitarbeiterinnen akribisch erfasst und in dicken Aktenordnern abgeheftet. Auf die Frage, welche Dinge im Fundbüro landen, sagt Petra Will-Filipovic schmunzelnd: „Alle! Von Handys und Rucksäcken bis hin zu Geldbörsen und Kleidungsstücken.“ Mitunter sind auch kuriose Dinge dabei. „Hier wurde mal ein Gebiss abgegeben, das war schon sehr außergewöhnlich und auch ein wenig eklig“, sagt Mitarbeiterin Martina Löwe, die auch schon eine halbe Reichsmark und Hörgeräte entgegengenommen hat. „Schmuck landet im Gegensatz zu früheren Jahren deutlich seltener hier, vermutlich, weil viele den aktuellen Goldpreis sehen und den Fund gar nicht abgeben“, sagt Petra Will-Filipovic.

Oft trudeln bei den Mitarbeiterinnen auch Gegenstände ein, die von der Polizei konfisziert wurden. Wenn die Musik in der Mietwohnung zu laut ist und die Beamten die Stereoanlage einkassieren, landet diese ebenfalls später im Fundbüro. „Solche Dinge werden meistens erst bei uns abgeholt, weil es vielen Besitzern zu peinlich ist, direkt zur Polizei zu gehen“, sagt die 42-Jährige.

Wann immer es möglich ist, versuchen die Mitarbeiterinnen im Fundbüro, die Besitzer der Gegenstände ausfindig zu machen. Sechs Monate müssen alle Dinge aufbewahrt werden, dann kann der ehrliche Finder sein Fundrecht geltend machen und den Gegenstand behalten. Zu den Ausnahmen gehören persönliche Dokumente oder auch Handys. „Selbst das beste iPhone müssen wir aus Datenschutzgründen vernichten“, sagt Petra Will-Filipovic.

Das Fundbüro, Großflecken 59, Tel. 942-2250, hat montags von 8 bis 12 Uhr, dienstags von 7 bis 14 Uhr, mittwochs von 8 bis 12 Uhr, donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

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erstellt am 09.Apr.2015 | 12:00 Uhr

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