Halbfinale : Fürs EM-Spiel muss Winnetou warten

Eine fußballverrückte Familie: Julia Meidel tippt heute Abend auf einen Sieg der deutschen Nationalmannschaft, ihr Mann Guillaume Barret ist selbstverständlich für Frankreich, ebenso wie Sohn Maximilian (10, Mitte). Obwohl er die französische Fahne hält, will sich Louis (7) noch nicht festlegen.
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Eine fußballverrückte Familie: Julia Meidel tippt heute Abend auf einen Sieg der deutschen Nationalmannschaft, ihr Mann Guillaume Barret ist selbstverständlich für Frankreich, ebenso wie Sohn Maximilian (10, Mitte). Obwohl er die französische Fahne hält, will sich Louis (7) noch nicht festlegen.

Die deutsch-französische Familie Meidel / Barret aus Brachenfeld fiebert dem Halbfinale heute entgegen und ist sich beim Ergebnis nicht ganz einig.

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07. Juli 2016, 08:00 Uhr

Neumünster | Wenn heute Abend um 21 Uhr das Fußball-EM-Halbfinale Deutschland gegen Frankreich in Marseille angepfiffen wird, steht ein Sieger im Hause Meidel / Barret in Brachenfeld schon fest: Louis. Der siebenjährige Sohn von Julia Meidel (41) und ihrem Mann Guillaume Barret (40) weiß nämlich, wie man in jedem Fall auf der Gewinnerseite steht. „Er zieht sich das Frankreich-T-Shirt und dazu die kurze Hose des deutschen Trikots an und ist dann immer für die Mannschaft, die gerade führt“, sagt Julia Meidel und grinst.

2001 wanderte die gebürtige Neumünsteranerin nach Frankreich aus, kam 2006 mit ihrem französischen Mann aber zurück in ihre Heimatstadt. Der älteste Sohn Maximilian (10, Foto: links) wurde noch in Hyères-Les-Palmiers geboren. Kein Wunder also, dass der Fußball-Nachwuchs – er spielt seit sieben Jahren als Vorstopper bei Gut Heil – auf einen 2:1-Sieg von Pogba & Co. heute Abend setzt und dafür das wohlige Nicken seines Vaters bekommt. „Die Franzosen haben sehr viel Respekt, aber keine Angst“, sagt Guillaume Barret. Zwar erzählt man in Frankreich „Fußball ist das Spiel wo elf Leute gegen elf Leute antreten und am Ende Deutschland gewinnt“, doch die Equipe Tricolore sei nach dem 5:2-Sieg gegen Island im Höhenflug. „Wenn wir es schaffen, unser Spiel zu spielen, haben wir gute Chancen.“ Sein Tipp: 2:1 nach Verlängerung. Seine Frau räumt ein, dass die Franzosen kopfballstark sind, die Deutschen dagegen im Angriff noch zu unentschlossen. Zudem sei der Ausfall von Mats Hummels, Sami Khedira und Mario Gomez bitter. Aber: „Der Schwachpunkt der Franzosen ist die Verteidigung. Jogis Jungs dagegen leben die Defensive, und Torwart Manuel Neuer ist weltklasse. Außerdem ist der Teamgeist einmalig.“

Damit sie das Spiel heute zu Hause mit einigen Freunden sehen kann, hat die Familie extra Tickets für die Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg weitergegeben. „So ein Ereignis gibt es ja schließlich nicht so oft, deshalb müssen Winnetou und Old Shatterhand warten“, sagt Julia Meidel. Sie geht von einem 1:1 nach Verlängerung aus. Deutschland gewinne dann wie schon gegen Italien im Elfmeterschießen. „Im Sport hängt viel von der Psychologie ab. Und die ist im deutschen Team einfach besser“, sagt sie. Doch ihr Mann kann diesen Angriff geschickt kontern: „Frankreich ist 1984 und 2000 Europameister geworden. Es kann also in diesem Jahr gar keinen anderen Gewinner geben.“

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