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Ohnsorg-Theater : Für die Zuschauer gab es viel zu lachen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Hamburger Schauspieler gastierten in der Stadthalle und begeisterten mit „De schöönste Dag“.

Neumünster | Das Hamburger Ohnsorg-Theater gab am Freitag in der Stadthalle vor vollem Haus das heitere Stück „De schöönste Dag in’t Johr“. Die von Gerd Meier ins Plattdeutsche übersetzte Komödie stammt aus der Feder des Erfolgsautors Nick Walsh und sorgte für zwei unterhaltsame Stunden voller Schenkelklopfer und spontaner Lachausbrüche.

Der misanthropisch angehauchte Erich (überzeugend spöttisch: Oskar Ketelhut) soll in großer Runde seinen Geburtstag feiern, so der Wunsch seiner umsorgenden Ehefrau Helga (bekümmert-kleinbürgerlich: Meike Meiners).

Nach und nach sagen allerdings alle Gäste ab, lediglich das ebenfalls ungleiche Paar Eva und Hagen erscheint. Der tollpatschige Schwager Hagen– „he is vielleicht ’n beten töffelig“ – möchte am liebsten gleich wieder nach Hause, aber Helgas schlagfertige und kesse Schwester Eva ist weniger schreckhaft und will sich die Feier nicht verderben lassen.

Den Beamten und „Teeslabberer“ Hagen gab Erkki Hopf konsequent dusselig, seine tatkräftige Frau Eva spielte Beate Kiupel energisch-frisch.

Erich wäre den Trubel gerne los und schüttet sich stetig einen hinter die Binde. Das Zugeständnis an seine Frau – Anlegen des Smokings – revidiert er auch schnell, indem er sich schludrig einen Bademantel überwirft. Es entfaltet sich ein pointenreiches Wortgefecht, bei dem kleinere und größere Sünden drohen, aufgedeckt zu werden. Der komödiantische Höhepunkt verläuft handfest: Ordentlich angetrunken stülpt Miesepeter Erich dem Langweiler Hagen einen riesigen Kürbis auf den Kopf, woraufhin Helga ihren Gatten mit einem Silbertablett niederstreckt. Gegen Ende taucht dann noch die Mutter der beiden Schwestern auf: ganz nonchalant als Lebedame, die sich ungerührt auf der Bühne eine echte Zigarette ansteckt, gespielt von Herma Koehn. Damit bricht das wackelige Mäuerchen der heilen Familienwelt endgültig ein.

Das spielfreudige Ensemble schuf Nähe zum Publikum, das sich nicht scheute, abrupt seiner Heiterkeit Ausdruck zu verleihen.

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