Boostedt : Für die Flüchtlinge wird fleißig gebaut

Ulf Döhring,  Leiter der Zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge in Neumünster, zeigt eines der Zimmer in Boostedt, die für die Asylsuchenden vorbereitet werden.
Ulf Döhring, Leiter der Zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge in Neumünster, zeigt eines der Zimmer in Boostedt, die für die Asylsuchenden vorbereitet werden.

Ab März sollen hier die ersten Menschen einziehen. Mobiliar kann teilweise von der Kaserne übernommen werden.

shz.de von
06. Januar 2015, 07:00 Uhr

Boostedt | Boostedt Die Elektriker sind am Werk,  und auch ein Teil des Mobiliars sowie eine neu asphaltierte Zufahrt für die Flüchtlingsunterkunft in der Rantzau-Kaserne sind schon vorhanden: Im März sollen hier die ersten Flüchtlinge einziehen. Diesen Termin hält auch Ulf Döhring, Leiter der landesweiten Zentralen Aufnahmestelle in Neumünster, für realistisch.

„Wir sind mit den ersten Mitarbeitern vor Ort, um weitere Vorbereitungen zu treffen“, sagte Döhring. Fünf Gebäude hat das Land auf dem Gelände der Kaserne für die Zweigstelle der Neumünsteraner Einrichtung  angemietet. Drei Häuser sollen als Unterkünfte für zunächst 350 Flüchtlinge dienen (der Courier berichtete). Weitere Wohnblöcke sind für eine Erweiterung auf 500 Menschen avisiert. Ein Haus wird die Verwaltung, den Betreuungsverband sowie die Polizeidienststelle aufnehmen. Die Turnhalle auf dem Gelände  wird künftig als Speisesaal dienen.

Das Essen wird jedoch zunächst angeliefert, und auch für die medizinische Versorgung wird es erst einmal  nur eine  Service-Station geben. „Das ist ein zeitliches Problem, denn für eine medizinische Abteilung im Haus bedarf es umfangreicher Ausschreibungen und Voraussetzungen“, erläuterte Ulf Döhring. Dennoch sei eine qualifizierte Betreuung durch Fachpersonal gesichert. Für Transporte zum Arzt oder ins Krankenhaus soll ein Fahrdienst eingerichtet werden.

Für die Einrichtung der in der Regel für vier Personen ausgelegten, zirka 30 Quadratmeter großen Zimmer  konnten zahlreiche Möbel von der Bundeswehr übernommen werden. „Dazu gehören Betten und Schränke, aber auch ein Teil der Büromöbel. Dennoch müssen natürlich viele Dinge noch beschafft und aufgebaut werden“, erklärte er weiter. Aber zum Beispiel seien 400 neue Matratzen schon bestellt. Und auch die Installationen für die EDV machen gute Fortschritte.

Für die Herrichtung und die Umbaumaßnahmen der Gebäude wurden  laut Auskunft des zuständigen Gebäudemanagements Schleswig-Holstein (GMSH)  bisher Aufträge im Wert von 700 000 Euro vergeben. Die GMSH ist anschließend auch für die Instandhaltung und Pflege der Liegenschaft zuständig.

Zu den aktuellen Flüchtlingszahlen gab Ulf Döhring an, dass im Jahr 2014 rund 7400 Flüchtlinge in Neumünster aufgenommen wurden. „Das sind rund 30 Personen am Tag“, rechnete er vor. Die Verweildauer in der Erstaufnahmestelle liegt zurzeit zwischen zwei und drei Wochen. Mit der Aufstockung der Kapazitäten in Neumünster mit Wohncontainern von 400 auf 650 Plätze und der Zweigstelle in Boostedt stehen ab dem Frühjahr dann rund 1000 Plätze zur Verfügung.

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