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Fernbusse : Fünfmal täglich von Kiel nach Berlin und zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Reiseunternehmen aus Neumünster steigt in den Linienverkehr mit Fernbussen ein. Auf der Tour von Kiel nach Berlin darf der Bus allerdings keinen Stopp in Neumünster einlegen.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2013 | 16:03 Uhr

Schleswig-Holstein hat ab morgen Anschluss an das neue bundesweite Fernbusnetz. Als erstes Busunternehmen im Lande wird das Neumünsteraner Reiseunternehmen Dehn in Kooperation mit Ubben-Reisen aus Hohenwestedt eine direkte Busverbindung Kiel – Berlin anbieten.

Die giftgrünen Busse fahren unter dem Siegel der Internetplattform „Meinfernbus.de“ und sollen zunächst fünfmal täglich die Strecke in die Bundeshauptstadt und zurück bedienen. Die Fahrten können direkt über die Internetseite gebucht werden, aber auch konventionell über die Reisebüros. Das einfache Ticket kostet bei rechtzeitiger Buchung 21 Euro und kann sich je nach Buchungszeitpunkt und Auslastung des Busses auf bis zu 39,50 Euro verteuern. Damit werden die durchschnittlichen Bahnpreise zum Teil sehr deutlich unterboten.

Kleiner Wermutstropfen für Reiselustige aus Neumünster: Obwohl von hier aus organisiert, fahren die Fernbusse auf ihrer Tour an Neumünster vorbei. Zwischenstopps werden nur in Kaltenkirchen und Hamburg eingelegt. Der Grund: Um dem öffentlichen Personennahverkehr nicht das Wasser abzugraben, dürfen die Fernbusse auch nach dem Fall des Fernverkehrmonopols der Bahn im vergangenen Jahr keine Zwischenstopps unter 50 Kilometern einlegen. Beide Busunternehmen wollten aber auf jeden Fall in der Studentenstadt Kiel starten, da die Fernbusse bislang vor allem von jungen Leuten als preiswerte Alternative zur Bahn genutzt werden.

Das könnte sich nach Ansicht von Reiseunternehmer Joachim Dehn allerdings schon bald ändern. „Neben den Studenten entdecken auch immer mehr Städtetouristen, Senioren oder andere Reisende, die aufs Budget achten müssen, den Fernbus – das ist ein Zukunftsmarkt“, gibt sich der Unternehmer optimistisch.

Um den neuen Linienverkehr aufzubauen, hat Dehn extra zwei neue Fernreisebusse angeschafft und fünf Mitarbeiter eingestellt. Ubben-Reisen steuert einen neuen Bus bei, und auch in Hohenwestedt wurden zwei Mitarbeiter eingestellt. Um den Fahrgästen die lange Fahrzeit von knapp fünf Stunden zu verkürzen, haben die Unternehmer ihre Reisebusse zusätzlich mit WLAN-Anschlüssen ausstatten lassen: Die Reisenden können jetzt unterwegs kostenlos im Internet surfen. Darüber hinaus kann jeder Bus bis zu vier Fahrräder mitnehmen.

Sollte der neue Linienverkehr nach Berlin angenommen werden, sei eine Ausweitung des Angebots nicht ausgeschlossen, deuteten die Kooperationspartner Joachim Dehn und Jan Ubben gestern an. Jetzt will man allerdings zunächst den Start abwarten: „Unser Ziel ist eine Auslastung der Busse von 65 Prozent“, sagte Jan Ubben. Joachim Dehn gibt sich optimistisch: „Auf anderen neuen Linien hat es wahre Traumstarts gegeben.“ Kommentar Seite 16, „Nachbar“ Seite 17

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