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Holsteinischer Courier

20. November 2017 | 10:57 Uhr

Schlechter Service : Fünf Wochen ohne Fernsehen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vermieterin Ingrid Mehlhorn (68) ärgert sich über Vodafone: Wochenlange Verzögerungen, unfreundliche Mitarbeiter

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Ingrid Mehlhorn ist eigentlich eine freundliche ältere Dame. Doch der 68-Jährigen ist jetzt der Geduldsfaden gerissen: Seit fünf Wochen haben ihre 13 Mieterparteien im Haus an der Plöner Straße 44 keinen oder nur einen gestörten Fernsehempfang. Die Bordesholmerin hatte sich sofort gekümmert, rief umgehend in der Vodafone-Störungsstelle an, als am 18. April von ihren Mietern das Problem gemeldet wurde. Unzählige Telefonate folgten, Termine wurden abgesagt, Mitarbeiter verhielten sich am Telefon unfreundlich bis „pampig“ – erst gestern wurde das Problem zunächst behoben. Ingrid Mehlhorn ist verärgert über die „unendliche Geschichte“, aber auch über den Tonfall und den Stil: „Das ist haarsträubend.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der Empfang gestört ist, und es gab auch vorher Probleme. Ingrid Mehlhorn vermietet das Haus seit 2012. Sie hatte es von ihrem Vater geerbt, der eine Elektrofirma in Einfeld führte. Manche Mieter wohnen schon über 20 Jahre dort. „Alle waren sehr geduldig, niemand hat sich beschwert. Alle wissen, dass ich mich kümmere“, sagt Ingrid Mehlhorn. Sie hat alles fein säuberlich protokolliert, diverse Anrufe im April mit Vermerken wie „Auskunft gleich null“, „mein Anruf wurde weitergereicht“, „Mitarbeiter legte einfach auf“ oder „niemand fühlte sich zuständig“. Ende April wurde ein Termin vereinbart. „Ich war vor Ort, drei Mieter und ein Handwerker können das bezeugen. Aber niemand kam.“ Erklärung: Während sie vor dem Haus wartete, wurde der Termin storniert. Sie telefonierte erneut. Am 3. Mai kam endlich ein Techniker, nahm Messungen an der Leitung außen am Haus vor, konnte keine Störung feststellen. „Es hieß, dass die Verteilerbox im Haus jetzt von Vodafone / Kabel Deutschland untersucht werden müsste“, erinnert sich die Vermieterin. Am 6. Mai schickte sie einen zweiseitigen Brief an die Geschäftsführung von Kabel Deutschland, listete alles auf und beschwerte sich: „Meine Mieter und ich sind nicht länger gewillt, diese Verdummungsaktion hinzunehmen“, schreibt sie. Am Sonnabend, 20. Mai, sollte ein weiterer Techniker kommen. Doch der Termin wurde auf den 22. Mai verlegt. Fassungslos schrieb Ingrid Mehlhorn in einer Mail von „unhaltbaren Zuständen“: „Es reicht. Dieser Umgang mit Ihren Kunden ist nicht hinnehmbar!“ Gestern behob endlich ein Techniker die Störung. „Er hat die Verteilerbox ausgetauscht, die uralt war“, sagt Ingrid Mehlhorn, die erleichtert war, dass ihre Mieter wieder Empfang haben. Trotzdem: „Die April-Zahlung habe ich gekürzt, und ich werde kündigen.“

Bei Vodafone lief gestern die Ursachenforschung an. „Wir können die genauen Störungsursachen heute nicht mehr klären, aber wir werden den Fall intern aufarbeiten. Wir bedauern die entstandenen Unannehmlichkeiten sehr und bitten um Entschuldigung“, sagt Pressereferentin Heike Koring. Sie entschuldigt sich auch für die Mitarbeiter: „Wir legen großen Wert darauf, dass alle Mitarbeiter sich Kunden gegenüber höflich und besonnen verhalten, insbesondere in schwierigen Situationen. Wir werden Frau Mehlhorn ein Monatsentgelt gutschreiben.“

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