Gesundheit : Fünf Masern-Fälle seit Jahresbeginn

„Impfen ist wichtig“, sagt auch Dr. Sabine Grunow, Betriebsärztin im Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Hier lässt sich die Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin Kim Denice Wucherpfennig  gegen Masern impfen.
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„Impfen ist wichtig“, sagt auch Dr. Sabine Grunow, Betriebsärztin im Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Hier lässt sich die Auszubildende zur Gesundheits- und Krankenpflegerin Kim Denice Wucherpfennig gegen Masern impfen.

Das Gesundheitsamt rät zu einer individuellen Impfberatung. Impflücken gibt es in den Jahrgängen 1970 bis 1985.

shz.de von
04. Juni 2014, 05:30 Uhr

Neumünster | Nicht nur der Kreis Segeberg ist betroffen, auch in Neumünster sind Masern in diesem Jahr bereits aufgetreten. Das Gesundheitsamt registrierte seit Januar fünf Fälle der meldepflichtigen Infektionskrankheit. Dreimal waren Babys betroffen, einmal ein Kind und ein Erwachsener. Ansteckungen habe es aber nicht gegeben, teilte Dr. Susanne Trenner, Abteilungsleiterin im Gesundheitsamt mit.

Sie rät jedem Bürger zu einer individuellen Impfberatung beim Hausarzt, gerade auch mit Blick auf die bevorstehende Urlaubszeit. „Wer ins Ausland fährt, sollte sich vorab informieren, welcher Schutz in der Region sinnvoll ist“, sagt die Medizinerin. Das Gesundheitsamt bietet dazu auch eine Reiseberatung an. „Die Impfempfehlungen ändern sich quasi wöchentlich“, sagt sie. Die Ärzte in der Stadt lobt Trenner ausdrücklich: „Die achten sehr gut auf den Impfstatus ihrer Patienten.“

Das bestätigt auch Jörg Schulz-Ehlbeck, Kreisstellenvorsteher der Kassenärztlichen Vereinigung. „Es gibt natürlich immer Impfgegner, aber die Neumünsteraner sind nicht impfmüde“, sagt der Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin. Allerdings gebe es in den Geburtsjahrgängen 1970 bis 1985 Lücken. „Damals hat die ständige Impfkommission zu einer einzigen Impfung gegen Masern geraten, erst ab 1985 wurde zweifach geimpft. Das ist unter Umständen ein nicht unerhebliches Problem, wenn diese Personen in Kontakt mit einem Kranken kommen“, erklärt Schulz-Ehlbeck. Er empfiehlt daher den Betroffenen dringend zu einer weiteren Auffrischung bei ihrem Hausarzt.

Bei den heute Geborenen werde der Impfstatus sehr gut überwacht, betonen sowohl Trenner als auch Schulz-Ehlbeck. Beide warnen davor, eine Krankheit wie Masern auf die leichte Schulter zu nehmen. „Die kann unter Umständen tödlich sein“, so Schulz-Ehlbeck.

Wer übrigens in den Sommerferien nach Süddeutschland oder Osteuropa fahren will, kann sich auch jetzt noch gegen die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz: FSME) impfen lassen. „Es gibt eine Schnell-Immunisierung, die innerhalb von vier Wochen wirkt“, sagt Schulz-Ehlbeck. Allerdings werde der Impfstoff langsam knapp. „Es gibt bereits Engpässe“, so der Arzt.

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