Anklage erhoben : Fünf Männer sollen Feuer gelegt haben

Das Haus an der Bahnhofstraße 40 ist heute heruntergekommen, im 1. Stock fehlt ein Fenster. Im Erdgeschoss leuchten rote Lampen.
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Das Haus an der Bahnhofstraße 40 ist heute heruntergekommen, im 1. Stock fehlt ein Fenster. Im Erdgeschoss leuchten rote Lampen.

Die Beschuldigten sitzen nach dem Brand an der Bahnhofstraße im September 2013 in U-Haft. Unter ihnen ist auch ein Neumünsteraner Gastronom.

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29. Juli 2014, 05:00 Uhr

Neumünster | Nach dem Brand in dem Mehrfamilienhaus Bahnhofstraße 40 im September vergangenen Jahres (der Courier berichtete) wird nun voraussichtlich das letzte Kapitel aufgeschlagen. „Wir haben Anklage vor dem Landgericht gegen fünf Beschuldigte wegen schwerer Brandstiftung erhoben. Alle fünf sitzen in Untersuchungshaft“, teilte Oberstaatsanwältin Birgit Heß von der zuständigen Kieler Staatsanwaltschaft mit.

Den Männern wird vorgeworfen, in der Nacht zum 15. September 2013 vorsätzlich Feuer im Treppenhaus des Gebäudes gelegt zu haben, um die Versicherungssumme in Höhe von etwa einer halben Million Euro zu kassieren. Durch eine Verpuffung zerbarsten damals mehrere Scheiben, andere Fenster wurden komplett aus ihrer Verankerung gerissen. Der einzige Mieter im Erdgeschoss blieb unverletzt. Er zog danach offenbar aus. Nachbarn berichten nun, dass seit Monaten Prostituierte in einigen Wohnungen arbeiten und ihre Dienste anbieten (der Courier berichtete). Seitdem leuchten rote Lampen in den Fenstern im Erdgeschoss, der Rest des Gebäudes verfällt langsam. Noch immer fehlt eine Scheibe an der Frontseite.

Die Angeklagten im Alter von 31 bis 70 Jahren sitzen in Neumünster, Lübeck, Itzehoe und Flensburg in Haft, um sich nicht gegenseitig absprechen zu können. „Einer der Männer ist ein Neumünsteraner Gastronom“, bestätigte Sebastian Brommann, Richter am Landgericht, auf Courier-Nachfrage. Als Motiv für die Tat geht er von finanziellen Schwierigkeiten der fünf Männer aus. Wer im einzelnen die Auftraggeber und die Brandstifter waren, müssen nun die Richter herausfinden. Ein Termin für den Prozessauftakt steht noch nicht fest. „Es ist aber ein beschleunigtes Verfahren vorgesehen“, sagte Brommann.

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