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Zirkus Busch : Fünf Königstiger als Stars in der Manege

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ab heute gastiert der Zirkus Busch auf dem Jugendspielplatz in Neumünster. Die Königstiger sind die Stars der Vorstellung. Raubtierdompteurin Carmen Zander ist das Alpha-Tier in der Manege.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2013 | 15:45 Uhr

„Komm her, Gandhi, komm!“, ruft Carmen Zander, und der 240 Kilogramm schwere Königstiger springt leichtfüßig und gehorsam auf die Freifläche im Rondeel. „Bitte Abstand halten, er kann durchs Gitter noch einen Meter reichen, und er hat solche Krallen“, warnt sie die Fotografen. Die zierliche Raubtierdompteurin kennt ihre „Miezen“, wie sie sie nennt; seit 2006 hat sie Gandhi und seine Schwestern Kiara, Aschanti, Imani und Face und ist mit ihrer Nummer im Zirkus Busch der Star. Noch bis Sonntag gastiert eines der größten Zirkusunternehmen Europas auf dem Jugendspielplatz.

Gandhi wälzt sich erstmal entspannt auf dem Rasen, dann wird „gegrast“. „Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird zum Spielen genommen“, sagt Carmen Zander und ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Die 40-Jährige, die früher Hochleistungssport betrieb, lernte zwölf Jahre ihr Metier: „Raubtiere waren meine Leidenschaft von Anfang an. Sie sind für mich die Vollendung der Schöpfung mit ihrer Eleganz und Ästhetik.“ Doch es bleiben Raubtiere: Man müsse die Tiere von Grund auf kennen lernen, ihre Körpersprache, sich auf sie einstellen, ihre Talente erkennen. Carmen Zander: „Nicht ich dressiere die Tiere, sondern sie mich. Tiger sind eigentlich Angsthasen. Wenn sie unsicher werden, werden sie unberechenbar. Ich als Tigermama biete ihnen Sicherheit. Aber in der Manege bin ich auch das Alpha-Tier.“ Denjenigen, die kritisieren, dass hier Wildtiere zu etwas Artfremdem gezwungen werden, tritt sie entschieden entgegen. Die Tiger wurden in Menschenobhut geboren; Wildfänge sind schon lange verboten. Sie kennt die fünf Tiger von klein auf. Sie wie auch die anderen Zirkustiere wie Kamele und Elefanten werden vom Veterinäramt überprüft, „etwa 100 Mal im Jahr“ – Haltung, Fütterung, Gesundheit, aktueller Zustand. Die Käfige seien doppelt so groß wie es die Zirkusrichtlinien – das ist der gesetzliche Rahmen – vorschreiben. Carmen Zander: „Wenn die Tiere sich nicht wohl fühlen würden, würden sie ihr Futter verweigern und sterben.“

Heute um 20 Uhr ist Premiere. Einem tritt Tourneeleiter Reto Hütter entgegen: „Wir warnen vor Trickdieben, die in unserem Namen Geld angeblich für Tiere oder Reifen sammeln. Damit missbrauchen sie unseren Namen.“ Auch für diejenigen, die die Zirkusplakate mit „Wegen Tierquälerei ausgefallen“ überkleben, hat er deutliche Worte: „Das ist Sachbeschädigung. Schauen Sie doch unsere Tiere an, sie fühlen sich wohl. Wir erfüllen alle Auflagen, meistens sogar noch darüber hinaus.“ „Nachbar“ auf Seite 17

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